Donnerstag, 13. Dezember 2012

Hypnose I

Was ist Hypnose? Irgendein mythischer Zustand, in welchem man Leute dazu bringen kann, das zu tun, was sie sonst nie tun würden? Oder zu übermenschlichen Leistungen befähigen?

Nein. Ganz rein faktisch gesprochen ist Hypnose ein Zustand, in dem in der Wachheit der bewusste Verstand inaktiv ist.

Das ist ein völlig natürlicher Zustand. Auch du kannst jeden... na ja, die allermeisten Menschen zumindest in weniger als einer halben Minute in Hypnose versetzen! Und ich verrate dir nun, wie!

*Trommelwirbel*

*Vorhang auf*

Setze sie vor den Fernseher, schalte ihn an, und lenke die Leute nicht ab.

Völlig sinnlos?

Ja.

Und nein.

Es gibt Studien, nach denen Fernsehzuschauer schon nach wenigen Sekunden dieselbe Hirnaktivität zeigen wie Menschen in tiefster klinischer Hypnose. Einige dieser Studien trieben es sogar noch etwas weiter - indem die Versuchsteilnehmer instruiert wurden, bei wachem Verstand zu bleiben, da sich sonst der Fernseher automatisch abschalten würde.
Nach 30 Sekunden waren die Geräte dann aus.

Selbstverständlich nützt einem diese Erkenntnis nun so absolut gar nichts, weil man nicht mit Leuten in einer "Fernsehhypnose" kommunizieren kann, ohne dass der Verstand sofort wieder da ist. Warum sollte man den Verstand umgehen, fragst du dich vielleicht. Bestimmte problematische Prozesse* werden von bewussten Glaubenssätzen und Rahmen gestützt. Die umgehen zu können, das stelle ich mir als nützlich vor. Inwieweit das geht, keine Ahnung - meine Kenntnisse in dem Bereich der Psychologie sind irgendwo zwischen oberflächlich und nicht vorhanden.

* = Störungen, Probleme, all das sind keine Dinge, sondern Prozesse. Darauf aber möchte ich in einem gesonderten Blogpost eingehen.

Um damit die Brücke zu zwei vorigen Beiträgen zu bauen: Warum also hat ein starker Rahmen etwas hypnotisches? Weil er ebenfalls am wachen Verstand vorbei wirkt. Was ist noch eine Wirkrichtung von Werbung?

Damit hast du jetzt nicht gerechnet, nicht wahr? Irgendwie bin ich da auch für die richtig nervige Werbung, wie sie es teils schon seit der Jahrtausendwende gibt, dankbar. Nichts holt Leute schneller aus der fernsehbedingten Trance als so ein richtig übel nerviger Werbeclip. Man kann sich auch selbst in den eigenen Fuß schießen. (Wobei diese Werbung dann wieder eher auf Gedächtnisprozesse setzt. Wie angedeutet, Werbung ist komplex.)

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