Sonntag, 9. Dezember 2012

Meine Filmempfehlung für die Weihnachtszeit

Manche Filme (und Bücher, und Musik, und andere Formen von Medien) sprechen gewissermaßen in Bildern. Hinter der eigentlichen gezeigten Handlung steht auch noch ein bestimmtes Weltbild, es werden bestimmte Themen in symbolischer Form angerissen. Mir ist da auch die Theorie bekannt, dass wir unsere Lieblingsfilme danach auswählen, wie sehr deren Symbolik unserer eigenen Weltvorstellung entspricht. Das ganze gar nicht einmal bewusst, denn nicht alle Filme sind dabei so offensichtlich in ihren Themen wie Rambo.

Ein sehr schöner Film, den ich gerade in der Weihnachtszeit nur empfehlen kann, ist "Hogfather". Eine Weihnachtsgeschichte basierend auf einem Roman von Terry Pratchett.

Auf den ersten Blick ist "Hogfather" einfach nur völlig skurril und abgedreht (immerhin ist die Prämisse des Films, dass der Sensenmann zeitweise die Rolle des Weihnachtsmanns übernimmt). Aber es stehen unter anderem zwei psychologische Prinzipien in stark symbolischer Form im Mittelpunkt, die den Film bzw. das Buch doch gleich viel interessanter machen. Generell mag man von Pratchett halten was man will, aber der Mann weiß, wovon er schreibt.

1. Eine konstruktivistisch orientierte Weltsicht.
2. Beeinflussbarkeit über die Kindheit.

Letzteres geht übrigens sogar direkt und indirekt. Direkt sieht man es (leider) immer und immer wieder, wenn im Erwachsenenalter selbst hochintelligente Menschen die barbarischsten Praktiken gutheißen, weil sie ihnen in der Kindheit als richtig vermittelt worden sind. Umgekehrt als positive Seite auch daran, dass die meisten Menschen ohne darüber philosophisch reflektiert zu haben sich an verschiedene unserem Zusammenleben dienlichen Werten halten.
Indirekte Beispiele sind da etwas weniger offensichtlich. Man stelle sich die Persönlichkeit als Zwiebel vor, mit verschiedenen Schichten, die im Laufe der Jahre angelegt worden sind. Dringt man bis zum Kern vor, sind Sachen wie Glaubenssatzarbeit viel einfacher zu bewerkstelligen. Es ist ein Trugschluss zu glauben, all unsere Probleme kämen aus der Kindheit (hallo liebe Nichtpsychologen, Freud ist out!), nichtsdestotrotz kommt man über die Kindheit oft einfacher an den Abwehrmechanismen (in dem Fall die Störung aufrechterhaltenden Mechanismen) vorbei, um den Klienten zu helfen. Störungen wie z.B. die generalisierte Angststörung (= der Klient ist in einem Zustand von frei umherspringenden Ängsten) beruhen nahezu nur auf verkorksten Glaubenssätzen. Viele Klienten wissen das auch. Informationen finden sich dazu überall. Und doch kriegen sie es in aller Regel nicht alleine fort. Warum? Weil sie nicht am Abwehrmechanismus vorbei kommen.

Womit wir auch beim Thema konstruktivistisches Weltbild wären. Sicher, wir erschaffen uns keine obskuren mythologischen Fabelwesen durch unseren Verstand, jedoch...

... möchte ich hier auf einen der Abschlussworte des Sensenmanns verweisen, seine Antwort auf die Frage, was am nächsten Morgen passiert wäre. Die ist stark erweiterbar.

So oder so, meine Film- bzw. Buchempfehlung für die Weihnachtszeit: Hogfather!

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