Dienstag, 11. Dezember 2012

Sprachtakt-Übung

Es gibt ein paar lustige Studien zum Thema, welchen Stellenwert Worte in der Kommunikation einnehmen. Die Ergebnisse schwanken ziemlich, im Durchschnitt liegen sie jedoch unter 10%. Der Rest ist Körpersprache und Tonalität.

(Was auch der Grund ist, und ich bin mir der Ironie bewusst, weswegen ich Textkommunikation nach Möglichkeit vermeide.)

Einen Aspekt der Tonalität lässt sich sehr einfach trainieren: Der Sprachtakt. Da ich wenig Zeit habe, hier in Kürze:

1. Man schaue, wie schnell ein guter Redner, dessen Redestil man mag, spricht. Das ist wichtig, weil die meisten Leute zu schnell sprechen. Gerade wenn sie aufgeregt sind.
2. Man sage still für sich den gewünschten Takt auf. (Also innerlich zählen, entsprechend der gewünschten Geschwindigkeit, z.B. Eins Zwei Drei Vier. Schwer per Text vermittelbar, einfach ausprobieren.)
3. Man verbinde den Takt mit einer unauffälligen Geste. (Kopfnicken sähe doof aus! Finger bewegen z.B. geht jedoch.)
4. Man spreche zur Übung eine Weile im Takt der Geste.

Auf die Art kann man sich relativ schnell und unkompliziert mehrere Sprachtakte für unterschiedliche Situationen aneignen. Denn das sollte klar sein, eben weil auch die Tonalität wichtiger ist als der Inhalt der Worte: Wenn man beispielsweise ein Publikum auf einem Vortrag mitreißen will, braucht man einen anderen Takt, als wenn man einen aufgeregten Klienten beruhigen will. Oder einem ängstlichen Klienten Mut zusprechen will.

Verschiedene Takte hat man schnell alleine raus. Die Übung hilft in erster Linie, ein Gefühl für den Sprachtakt allgemein zu bekommen, und insbesondere problematische Sprechgewohnheiten (zu schnelles Sprechen, Füllwörter wie "äh", etc.) abzulegen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen