Sonntag, 23. Dezember 2012

Über Sprache

Sprechen wir über Sprache, und das, was wir mit ihr machen können. Sprache dient mehr als nur der Informationsweitergabe, denn sie teilt auch mit, wie wir zueinander stehen, wie wir fühlen. Ein jeder kann lernen, wie man die Sprache wesentlich zielgerichteter einsetzen kann, und dabei ist es gar nicht nötig, dies bewusst zu tun. Du musst dabei gar nicht darüber nachdenken, ob eine zielgerichtete Sprache dir so einfach von den Lippen kommt, denn wenn man kann nicht nicht kommunizieren, und wenn man schon kommuniziert, dann kann man dies auch erfolgreich tun.
Wenn du dies hier liest, wird dir bewusst, wie einfach es ist, Brücken mit der Sprache zu bauen, denn immer wenn Wörter ins Spiel kommen, so wie Bücher, die als Informationsbrücken über die Zeitalter dienen. Denn je mehr man sich der Macht der Sprache bewusst wird, desto mehr kann man jene nutzen. Es ist das einfachste der Welt, denn wir alle sprechen miteinander, Tag für Tag. Und die meisten Leute erfreuen sich daran, gleichwohl klarer und subtiler zugleich kommunizieren zu können. Und sobald du bemerkst, wie einfach dies ist, erfreust du dich an immer besserer und besserer Kommunikation.
Bemerke, wie sich selbst beim geschriebenen Wort Nuancen hervorheben, bestimmte Wörter in deinen Fokus rücken, deine Aufmerksamkeit binden; weil sie wie ein Echo in dir widerhallen. Stelle dir nur einmal vor, wie es wäre, die persönlichen Wörter anderer Menschen zu erkennen - was dir jene wohl über sie verraten können! Es ist, als wären die Möglichkeiten unbegrenzt, und das motiviert einen nur umso mehr, die Feinheiten der Sprache zu ergründen.
Es ist gut, zu erkennen, wie Sprache uns auch formt. Erinnerst du dich an die Lehren und Weisheiten, die du noch in Kindertagen gelernt hast? Die Motive und Themen aus Märchen und Sagen? Wenn du beginnst, Sprache gezielter zu nutzen, nutzt du sie auch eloquenter, zielgerichteter; und deine Sprache wird nicht nur bildreich, sie vermittelt früher oder später auch Bilder.
Wie hast du früher Sprache verwendet? Und wie heute? Bemerkst du, wie du immer noch Bilder erinnerst, von Sprache geformt, aus tiefster Vergangenheit? Wie die Geschichte von Schneewittchen und dem Wolf Werte wie Ehrlichkeit und Respekt vermittelte, in Metaphern und Allegorien? Erinnere dich, wie du einst Menschen mit Worten tief bewegt hast - vielleicht durch Zufall - aber du kannst es wieder tun, nur gezielter, und dabei so natürlich sein, wie die Sonne die Erde durch das All zieht.
Denn Sprache ist eine wunderbare Erfindung, erlaubt sie doch, unsere äußere und innere Welt zu beschreiben, anderen mitzuteilen, und so unsere und ihre Welt mitzuformen. Welch positiven Möglichkeiten sich dadurch bieten! Stelle dir nur einmal vor, wie es wäre, schon durch Gesprächen Menschen helfen zu können? War das nicht schon die Idee Freuds, durch Gespräche Menschen aufzubauen? Beruht darauf nicht die Psychologie? Beeinflussen nicht auch Freunds Verständnis von Es, Ich, und Über-Ich alle Erkenntnisse danach? Und fanden sich diese Ideen nicht schon in den alten Sagen, von Arthur über Siegfried und dem Drachen, über Cleopatra und die Sintflut? Ist es nicht toll zu sehen, wie uns die Sprache einen neuen Sonnenaufgang beschert, entgegen allem, was die alten Maya vorhersagten?

Toll, oder?

...

Okay, wach auf, komm wieder zu dir. Sofern du wach bist, super! Wenn nicht, werde wach. Der Text da oben ist vor ein paar Tagen recht spontan entstanden im Rahmen von, hm, wie kann ich das erklären? Kennst du Powerpointkaraoke? Wo man eine unbekannte Powerpointpräsentation bekommt und die dann (möglichst überzeugend) vorstellt? Nun, das da oben war Verknüpfungskarteikartenkaraoke. Um hier ganz offen zu sein, darin befindet sich eine riesige Menge Unsinn.

Hast du bemerkt, wann ich angefangen habe, Unsinn zu erzählen? Kleiner Hinweis, damit fing ich verdammt früh an. Zweiter Satz, um genau zu sein. Bist du dir sicher, jeden einzelnen Unsinn entdeckt zu haben? Was das ganze soll, nun, es ist eine Demonstration. Nämlich wie sich mehr oder weniger offenkundiger Unsinn in Sprache verstecken lässt.

Mal ein kurzes Beispiel:
"Gestern habe ich Rudolf in seiner neuen Wohnung besucht, und wir haben uns über das UFO in seiner Garage unterhalten."

Dass das UFO Unsinn ist, ist klar. Aber dennoch suggeriert der Satz, dass ich jemanden namens Rudolf kenne, dass jener eine neue Wohnung samt Garage hat, und ich ihn gestern besucht habe. Auch das stimmt nicht. Formulieren wir den Satz einmal um:

"Gestern habe ich Rudolf in seiner neuen Wohnung besucht, und wir haben uns über den neuen Audi in seiner Garage unterhalten."
Klingt schon sinnvoller. Ist aber immer noch Unsinn. Und zwar komplett. Man kann auf diese Art Dinge als Fakt verkaufen, die erstens nicht wahr sind, und zweitens nicht hinterfragt werden. Ziemlich gemein.

Übrigens hat eine der Teilnehmerinnen später ihren Kindern das Märchen von Schneewittchen und den sieben Wölfen erzählt.

Ups.

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