Montag, 21. Januar 2013

Ohmm...?

In einem früheren Beitrag habe ich geschrieben, dass ich (unter anderem) morgens meditiere. Was meine ich damit? Über den Sinn des Lebens grübeln? Ganz filmreif dasitzen und komische Laute von mir geben?

Nein. Es gibt sehr viele Formen der Meditation, von daher kann ich nicht sagen, dass dies und jenes diese ausmachen würde. Ich kann nur sagen, was ich mache. Letztendlich variiere ich immer ein wenig, aber drei Grundbausteine sind immer dabei.

Zuerst eine Vorbereitungsphase: Bewusst atmen, um erst einmal die Gedanken zu beruhigen. Gedanken schweifen immer ein wenig umher. Das ist normal. Zu sagen, man könnte nicht meditieren, weil die Gedanken nicht komplett zur Ruhe kommen, wäre, wie zu sagen man kann nicht in die Schule gehen, weil man noch nicht lesen kann.

Anschließend in beliebiger Reihenfolge:

- Fluss-Erleben: Das sind Übungen, bei denen ich die Aufmerksamkeit auf Dinge lenke, die flüchtig sind. Nicht, um sie festzuhalten, sondern sie lediglich zur Kenntnis nehme und weiterziehen lasse. Dies können Geräusche in der Umwelt sein. Dies kann die sich bewegende Schwärze hinter geschlossenen Augenlidern sein. Dies können Berührungsempfindungen sein - von denen haben wir immer eine Menge, nur die Aufmerksamkeit filtert die heraus. So etwas wie die Kleidung auf der Haut, Luftzüge um uns, und vieles mehr.

Der Sinn dahinter ist es, den Geist darin zu schulen, auch mit anderen Eindrücken so umzugehen. Bemerken, aber nicht verstärken. Seien es äußere Eindrücke, die einen sonst stören bzw. ablenken können. Seien es innere Eindrücke. Negative Emotionen zum Beispiel - gegen sie ankämpfen macht sie oft noch stärker; sie herunterschlucken kann zu einem Dampfdrucktopfeffekt führen; durchbricht man sie, schiebt man sie vor sich her. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen - wenn einem nur diese drei Möglichkeiten bleiben, empfehle ich ohne Ausnahme das Durchbrechen, also das durch sie hindurch kämpfen und gegen ihren Impuls handeln. Das ist keine gute Lösung, aber die beiden anderen sind noch verheerender. Eine gute Lösung, meiner Empfind nach hingegen? Die negative Emotion durchziehen lassen. Fluss-Erleben.

- Fokus: Das sind Übungen, bei denen die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt gerichtet wird. Und immer, wenn sie abdriftet, oder Gedanken davon ablenken, dorthin zurück geführt wird. Das kann ein äußerer Punkt sein. Es kann ein innerer Punkt sein. Oder auch eine bestimmte Körperempfindung (z.B. worauf auch immer man gerade ruht). Das ist Konzentration in ihrer reinsten Form - Aufmerksamkeit der Sinne, und Aufmerksamkeit des Geistes. Und das ganze völlig ohne Anstrengung.

Fokus ist sicherlich ein uns viel vertrauteres Gefühl als das Fluss-Erleben. Wir erleben so eine anstrengungslose Konzentration immer dann, wenn wir etwas tun, was wir gerne tun. Denselben Fokus auch abseits davon zu haben kann durchaus nützlich sein.

So, was sagt uns das jetzt? In erster Linie, wenn man so zwischen den Zeilen liest, dass ich ziemlich pragmatisch bin. Davon einmal abgesehen sind das nur Übungen, so etwas wie täglich ein wenig Sport, nur eben für den Geist.

Geht da noch mehr? Natürlich. Bloß muss man irgendwo mit einem Fundament beginnen. Und das sind so Grundübungen. Nicht beeindruckend. Aber ein Anfang.

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