Donnerstag, 31. Januar 2013

Theoretische Führerscheinprüfung vs. Universitätsklausuren

Mehr oder (eher) weniger bekanntlich hole ich erst jetzt nach, einen Führerschein zu machen. Lange Geschichte, gehört auch nicht hier in den Blog. Eine Aussage des Fahrlehrers hingegen schon. Und zwar ist er immer mehr oder weniger amüsiert darüber, wie wenig Fehler man bei der theoretischen Prüfung machen darf, verglichen mit Universitätsprüfungen.

Wer keine theoretische Prüfung gemacht hat, oder verdrängt hat, hier deren Prinzip: Es werden 30 Fragen gestellt, mit einer Wertigkeit von zwei bis fünf Punkten. Man darf höchstens zehn Fehlerpunkte ansammeln (aber nicht mehr als eine Frage der Wertigkeit fünf falsch haben). Heißt maximal vier Fragen dürfen falsch sein, und das auch nur, wenn nur die niedrig bewerteten falsch ankreuzt. Also allerhöchstens vier aus 30, oder auch 13% Fehler. Universitätsprüfungen hingegen besteht man noch mit 50%. Warum nun hat es ein angehender Arzt leichter als ein Fahrschüler???ßßßeszett

Die Frage löst bei mir deshalb leichtes Unbehagen aus, weil mir (als jemand, der auch für Universitätsprüfungen verantwortlich ist) die theoretische Prüfung ein ganz klein wenig irrsinnig vorkommt.

Was meine ich damit?

Auf der einen Seite steht eine sehr geringe Stoffmenge. Ernsthaft. Mit zwei Heuristiken (vorsichtig fahren, Drogen sind schlecht), Kenntnis der Vorfahrtsregeln, einer Handvoll Zahlen und Verkehrszeichen deckt man 90% des Stoffs ab. Der Rest sind dann Sonderfälle, die man auf drei- bis vier Seiten umfassen. Ich habe insgesamt ca. 14 Tage zu je 30 Minuten Lernzeit gebraucht, um mir die Theorie komplett anzueignen. Zum Vergleich: Im Studium lernte ich für die meisten Prüfungen (obschon es Ausnahmen nach oben und unten gab) etwa drei Monate zu je sechs Stunden pro Tag. (Also 7h vs. 540h Stunden Lernzeit.)
Wobei ich für die Theorie nicht einmal wirklich stur gelernt habe - in den 30 Minuten habe ich jeweils nur acht Prüfungssimulationen gemacht, und mir danach noch Notizen aufgeschrieben. Aber ich bin da vielleicht auch nicht das Modell, an dem man sich orientieren sollte.

Der Stoff ist also viel weniger umfangreich, und auch meinem Empfinden nach zudem inhaltlich um Welten simpler.

Aber: Seine Abfrage ist absolut unter aller Sau.

Ich wette, würde ich mal eine Prüfung so gestalten, würde selbst bei 50% Bestehensquote fast alle durchfallen. Ich will jetzt keine Prozentvermutung abgeben, meinem Eindruck nach jedoch finden sich bei vielen Fragen Aufmerksamkeitsfallen und sprachliche Intelligenztests.

Mal differenziert betrachtet: Einerseits ist das bei sehr kurzen Prüfungen (theoretische Fahrprüfung dauert im Schnitt weniger als zehn Minuten) kein so großes Problem wie bei dreieinhalb Stunden dauernden Prüfungen. Einfach weil da noch mehr Aufmerksamkeit und Konzentration da ist, um solche Stolpersteine zu erkennen. Andererseits sehe ich bei den anderen Fahrschülern, die eher im klassischen Altersbereich liegen und größere Teile der Bevölkerung abdecken, ganz oft, dass sie zwar inhaltlich alles können, aber an diesen Fallen hängen bleiben.

Was für Fallen meine ich?
  • Da gäbe es zum Beispiel ein Bild mit den Verkehrszeichen [1], [2], [3], und der Aufgabe, eines der Verkehrszeichen zu identifizieren. Die Antworten sind dann in der Reihenfolge aufgeführt Verkehrszeichen 1, Verkehrszeichen 3, Verkehrszeichen 2.
  • Eingrenzungen, die richtige Antworten ins Falsche verkehren. Beispielsweise schaltet man bei einem Unfall natürlich das Warnblinklicht an, aber in der Prüfung ist dann das Wort "nur" davor gesetzt.
  • Dann hat man ganz oft "wiederholende" Antwortalternativen, die letztendlich dasselbe sagen, und die andere nur negativ formuliert oder spezieller ist. Die sind ebenfalls anzukreuzen. Nun gehört es zum guten Ton der Testkonstruktion, dass man negative Formulierungen vermeiden sollte. (Z.B. Kindersitz in Fahrrichtung anbringen, Kindersitz nicht entgegen der Fahrrichtung anbringen. Nur fahren, wenn Passanten nicht behindert oder gefährdet werden. Nur fahren, wenn Passanten nicht behindert werden.)
  • Schließlich gibt es dann noch unterschiedliche Rahmensetzungen. Mal wird sich nicht für die Verkehrslage anderer abgebildeter Fahrzeuge, die für den Fahrer irrelevant sind, interessiert. Dann wiederum wird auch gezielt danach gefragt.
  • Und am Ende gibt es noch ein paar Fragen, wo man einfach den Kontext mal draußen lässt. Im Herbst rechnet man nicht mit verschmutzter Fahrbahn, ebenso ist es für die Kindersicherung an Türen egal, ob die Tür geschlossen ist.

Irgendwie wird mir da bei dem Gedanken an den vom Fahrlehrer aufgeworfenen Vergleich ganz mulmig. Ich meine, den könnte man in mehrere Richtungen zuende denken:
- Schriftliche Universitätsprüfungen binnen einer zehnminütigen Prüfung zu bestehen machen?
- Theoretische Führerscheinprüfung von zehn Minuten auf mehrere Stunden ausdehnen?
- Angleichung der Schwierigkeit der Inhalte entweder nach oben oder nach unten?
- Angleichung der Fragebogenfairness entweder nach oben oder nach unten?

Ich weiß nicht. Manchmal sollte man auch einfach Äpfel und Brieföffner nicht miteinander verglichen werden.

Jedenfalls habe ich bestanden. Und war sogar schon mit der Prüfung fertig, als der Prüfleiter noch eine Programmerklärung abgab. Hingegen haben mehr als 1/3 nicht bestanden. Bei einer so 'einfachen' Prüfung? Nun. Es gibt Bevölkerungsgruppen, die besonders anfällig auf sprachliche Intelligenztests reagieren. Ich habe verdammt oft danach gehört "aber das wusste ich doch!"

Dies ist der Trick sprachlicher Intelligenztests. Sie testen eben nicht Wissen; auch wenn sie vorgeben, das zu tun.

Kommentare:

  1. Lieber Björn,

    Führerschein machen hat für mein Empfinden irgendwie etwas paradoxes. Auf der einen Seite kann das jeder, auf der anderen Seite wirkt es wirklich gar nicht so leicht. Als ich damals nach einer wirklich entsetzlichen Fahrstunde den Führerschein schmeißen wollte, schaffte meine Mutter es, mich mit dem Satz "Jeder Vollprollet schafft den Führerschein, da wirst du es ja wohl auch hinbekommen", wieder zu motivieren. So ähnlich verhält es sich mit der theoretischen Prüfung: Jeder "Vollprollet" dem wir im Straßenverkehr begegnen hat mal die theoretische Prüfung geschafft. Aber nicht jeder schafft ein akademisches Hochschulstudium.

    Was mir auch noch in den Sinn kommt: Damals ging ich noch zur Schule und hatte absolut keine Ahnung wie man richtig lernt. In Klausuren habe ich mir immer spontan etwas überlegt und damit bin ich ganz gut gefahren (Achtung Wortwitz :D). Für die theoretische Prüfung habe ich auch nicht richtig gelernt, jedenfalls nicht so gelernt, wie ich es im Studium gelernt habe zu lernen. Natürlich bin ich nicht unvorbereitet in die Prüfung (im Gegensatz zu der Dame die vor mir abgegeben hat und der mit 50 Fehlerpunkten beim nun zweiten Versuch dringend dazu geraten wurde, besser NICHT am Folgetag wieder zu kommen), jedoch habe ich mit 7 Fehlern auch ganz knapp bestanden und war mir dessen bewusst, dass es auch anders hätte ausgehen können. Und ich denke so geht es vielen: Führerschein machen die meisten mit 17 und da haben viele das Lernen noch gar nicht gelernt. Ohne deine Leistung irgendwie herabwürdigen zu wollen, glaube ich, dass du als studierter Mensch, der sogar selber in der Lehre tätig ist, besser weißt, wie man sich auf so eine Prüfung vorbereitet als die meisten Jugendlichen. Ich weiß nicht, ob ich die Prüfung bestehen würde, wenn ich sie jetzt nochmal schreiben müsste. Höchst wahrscheinlich nicht. Aber ich würde mich heute darauf ganz anders vorbereiten als damals, soviel sei gesagt. Ob es mir mehr helfen würde, das kann ich natürlich nicht beurteilen, vielleicht lehne ich mich hier gerade viel zu weit aus dem Fenster.

    In jedem Falle: Danke, dass du die theoretische Führerscheinprüfung einmal so genau analysiert hast. Ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht, was diese eigentlich doch einfachen Themen (wie du schon sagst, eigentlich banale Heuristiken) in der Prüfung so schwierig macht. Denn einfach fand ich es wirklich nicht und ich wusste bis heute nicht warum. :)

    AntwortenLöschen
  2. Aloha,

    aaaah, ein Beitrag aus der tiefsten Vergangenheit!

    Rückblickend betrachtet war es mehr ein Seitenhieb auf die unglaublich schlecht konstruierten theoretischen Führerscheinprüfungen. Ich meine, ernsthaft, wenn an die dieselben Ansprüche gestellt würden wie an so ziemlich alle anderen Prüfungen als Verwaltungsakte, dann würde diese Prüfung von den Gerichten zerrieben werden wie keine andere. (Allein das Problem, dass bei n aus x nicht differenziert wird - selbst wenn zum Vorteil der Geprüften nicht differenziert wird, bemängeln das Gerichte regelmäßig. Hier wird zum Nachteil nicht differenziert.)
    Dazu die Probleme von Seiten der Testkonstruktion. Wenn die sinnvollste Art zu Lernen darstellt, die bekannten Fragen auswendig zu lernen und im Zweifelsfall zwei Heuristiken anzuwenden, na ja.

    Die Prüfung ist einfach - aber aus den falschen Gründen. Was wäre, wenn die Fragen nicht bekannt wären? Ich glaube, dann gäbe es schnell so viel Ärger, dass die Fragen recht flott testtheoretisch sinnvoller konstruiert wären. Denn - das war ja für mich damals der Stein des Anstoßes zu diesem Beitrag - auf dem Papier mag eine universitäre Prüfung leichter aussehen (siehe allein die Bestehensgrenze), aber die Anforderungen sind ganz anders.

    "Als ich damals nach einer wirklich entsetzlichen Fahrstunde den Führerschein schmeißen wollte, schaffte meine Mutter es, mich mit dem Satz "Jeder Vollprollet schafft den Führerschein, da wirst du es ja wohl auch hinbekommen", wieder zu motivieren."
    Schöner Kontrast. Ja. Wobei das wirklich schwierige ja ohnehin die Praxis ist.

    "meisten mit 17 und da haben viele das Lernen noch gar nicht gelernt."
    Irgendwie habe ich damit ein Problem.
    Einerseits weil es stimmt. Richtig zu lernen gelernt habe ich rückblickend auch erst im Studium.
    Andererseits, wofür ist man denn bitte 13 Jahre zur Schule gegangen? (Bzw. im Falle der 17jährigen zehn Jahre)? Sehe nur ich hier Verbesserungspotential im Bildungssystem?

    "Aber ich würde mich heute darauf ganz anders vorbereiten als damals, soviel sei gesagt. Ob es mir mehr helfen würde, das kann ich natürlich nicht beurteilen"
    Sehr wahrscheinlich. Was in der theoretischen Prüfung gefragt wird, ist nicht schwer. Die größte Schwierigkeit kommt aus den sehr, sehr bescheiden formulierten Fragen.

    Andererseits, wenn ich so an meinen Notfallmaßnahmen-Kurs denke... (Highlights aus dem Publikum waren unter anderem Wunden ausbrennen, bei inneren Blutungen die Bauchdecke aufschneiden [damits Blut abläuft!] und Helm abdrehen)

    "Denn einfach fand ich es wirklich nicht und ich wusste bis heute nicht warum. :)"
    Gern!

    LG,
    Björn

    AntwortenLöschen
  3. Lieber Björn,

    zunächst einmal: "Sehe nur ich hier Verbesserungspotential im Bildungssystem?" Soll das eine rhetorische Frage sein? Natürlich nicht! "Verbesserungspotential" klingt für mich sogar noch sehr euphemistisch. Das Bildungssystem sollte dringend mal an die heutigen und Bedingungen und Möglichkeiten angepasst werden. Es gibt gute Theorie, aber die Praxis hängt hinterher. Da zeigen Untersuchungen die Vorteile von individuellem Lernen und was wird gemacht? Es sollen verschiedene Schulformen sogar zusammengeführt werden.

    "wofür ist man denn bitte 13 Jahre zur Schule gegangen?" Na um Kurvendiskussion und die Zuckerrübenproduktion in der Magdeburger Börde kennen zu lernen ;).

    "Andererseits, wenn ich so an meinen Notfallmaßnahmen-Kurs denke..." Ich halte den Erste Hilfe Kurs für absolut Sinnvoll (sofern dort auch Sinnvolles beigebracht wird). Und ich bin sogar der Ansicht, dass dieser alle paar Jahre aufgefrischt werden sollte. Bei mir ist es ewig her und ich glaube, ich wüsste nicht einmal mehr wie eine stabile Seitenlage geht. Es kann immer passieren, dass man plötzlich in einen Unfall verwickelt wird oder einfach nur Bystander ist und nicht hilft, weil man nicht helfen kann.

    "testtheoretisch sinnvoller konstruiert". Ist die Frage, was will man erreichen? Und wie will man es erreichen? In erster Linie sollen die zukünftigen Straßen-unsicher-Macher lernen, wie man sich korrekt im Straßenverkehr verhält, und dazu nicht nur das theoretische Wissen im Kopf haben, sondern es in der Praxis vor allem auch anwenden. Bei der Testkonstruktion steht ja vor allem die Frage im Vordergrund "Was wollen wir eigentlich Messen?". Ja, was will man denn eigentlich messen? Ob die Führerscheinanwärter wissen, wie man sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. Aber noch viel wichtiger ist doch, dass sie sich daran dann auch halten. Wie kann man das erreichen? Vielleicht ist das Auswendiglernen vorgegebener Antworten ja gar nicht sooo schlecht. Man stelle es sich wie ein Mantra vor: "Nein, ein Joint ist nicht ok" "Nein, ein Joint ist nicht ok". Und dann die Praxis: Kumpel sagt: "Komm, lass uns noch einen durchziehen, ein Joint ist doch ok" und diese Aussage ruft im Hirn sofort die Antwort "Nein, ein Joint ist nicht ok" auf. Ich meine damit, die gelernten Fragen und Antworten sind wie ein Skript. Ich bekomme alle möglichen Fragen bzgl. des Straßenverkehrs inklusive der dazugehörigen Antworten geliefert. Im Straßenverkehr muss ich schnell reagieren, da ist es doch vll. sinnvoll vorgegebene Handlungen direkt parat zu haben. Andererseits grenzen vorgegebene Antworten auch ein und Autofahren bedeutet auch spontane und situationsspezifische Entscheidungen zu treffen. Dennoch glaube ich, dass keine theoretische Prüfung dieser Welt - sei sie noch so testtheoretisch sinnvoll konstruiert - auf die unvorhersehbaren individuellen Situationen im Straßenverkehr vorbereiten kann. Das richtige Fahren-Lernen beginnt erst nach der praktischen Prüfung, durch viel Fahrpraxis. Mein Fahrlehrer sagte immer: "Wenn du den Führerschein hast, dann kannst du nicht Autofahren, sondern dann hast du damit die Erlaubnis es zu lernen". Ich weiß nicht, wie du dich nach deiner praktischen Prüfung, als du zum ersten Mal ganz alleine gefahren bist, gefühlt hast, aber ich wusste in diesem Moment, dass mein Fahrlehrer verdammt nochmal Recht hat.

    Herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
  4. Aloha,

    mein Kommentar zum Notfallmaßnahmenkurs bezog sich auf die Gestalten, die da mit drin saßen. Ich habe meine Haupterkenntnisse mal so zusammengefasst:
    "Dann gab es noch sehr aufschlussreiche Erkenntnisse aus dem restlichen Publikum. Drei lassen sich besonders gut kombinieren:
    1. Bei inneren Blutungen (erkennbar daran, dass der Bauchraum hart wird) muss man die Leute aufschneiden, damit das Blut abläuft.
    2. Blutungen stillen echte Männer nicht durch Druckverbände, sondern durch kauterisieren am heißen Motor.
    3. Sollte man dennoch aus irgendeinem Grund ob des Blutmangels in einen Schockzustand geraten, dann wird erst einmal mit der Autobatterie defibriliert."

    "Das Bildungssystem sollte dringend mal an die heutigen und Bedingungen und Möglichkeiten angepasst werden. Es gibt gute Theorie, aber die Praxis hängt hinterher."
    Nicht nur das. Die Frage ist auch, wo die Theorien herkommen. Ernsthaft. Als ich zur Schule ging, so lange es auch her sein mag, waren da durchaus einige experimentierfreudigere Lehrer dabei. Problem war nur, die haben ihre Ideen aus Pseudowissenschaften gehabt, und jene haben nicht wirklich funktioniert.

    Abitur, besser gesagt "Allgemeine Hochschulreife", soll ja aussagen, dass die Leute, die das haben, hochschulreif sind. Ich war es nicht, und musste mich erst selbst im ersten Semester hochschulreif bekommen.

    "Na um Kurvendiskussion und die Zuckerrübenproduktion in der Magdeburger Börde kennen zu lernen ;)."
    Und Effi Briest lesen.

    "Ja, was will man denn eigentlich messen? "
    Genau _das_ ist der kritische Punkt, der mich an der theoretischen Führerscheinprüfung stört. Das ist letztendlich weniger ein Abfragen von Wissen, und mehr ein Auswendiglernen von Fragen+Antworten, da die meisten Fragen + Antworten so verschwurbelt gestellt sind, dass sie glatt in einen sprachlichen Intelligenztest gehörten. Und selbst dort fallen manche Fragen durch (siehe die Beispiele im ursprünglichen Beitrag, die einfach nur widersinnig sind). Was wird gemessen? Dass die zukünftigen Führerscheininhaber Fragen und Antworten auswendig lernen, oder viel Glück haben.

    --- gleich weiter ---

    AntwortenLöschen

  5. "Dennoch glaube ich, dass keine theoretische Prüfung dieser Welt - sei sie noch so testtheoretisch sinnvoll konstruiert - auf die unvorhersehbaren individuellen Situationen im Straßenverkehr vorbereiten kann."
    Was ich für sinnvoller halte, wäre, wenn die theoretische Prüfung wirklich relevantes Wissen abfragen würde. Das dann aber auch ohne vorher bekannte Fragen.
    Tatsächlich wird so etwas inzwischen versucht, nur wieder völlig verkorkst. Was seit diesem Jahr gemacht wird, ist Videosequenzen zu zeigen, und erst nach diesen eine Frage dazu zu stellen. An sich eine gute Idee. Nur die Umsetzung? Da soll entschieden werden, ob der Pixelbrei am Horizont ein PKW oder LKW ist (statt zu überprüfen, ob die Gefahr überhaupt bemerkt wurde). Da wird nach einem vor hundert Meter passierten Radfahrer gefragt, weil erst in der Frage (und nicht z.B. vorher durch Ankündigung oder Blinker) gesagt wird, dass man nach rechts abbiegen will. Ist so, als wenn ein Kind auf die Straße springt, und man statt nach der richtigen Reaktion (Gefahrenbremsung) gefragt wird, welche Jackenfarbe es hat. Statt zu schauen, ob die Aufmerksamkeit auf den relevanten Aspekten und Verkehrsregeln liegt, wird Detailmemory gespielt.

    "Ich weiß nicht, wie du dich nach deiner praktischen Prüfung, als du zum ersten Mal ganz alleine gefahren bist, gefühlt hast"
    War eine mittelschwere Katastrophe. Ich kannte bis dahin nur das Fahrschulauto, ein Diesel. Erstes Auto danach war ein Benziner mit relativ schwachem Motor. Wie man mit einem Benziner anfährt, habe ich nicht gelernt gehabt. Auch nie vorher gehört. Nach der ersten Fahrt habe ich ein wenig Google-Recherche betrieben und was von "Standgas" gehört. Seufz. Beim Anfahren etwas Gas geben wurde mir bei den Fahrstunden abtrainiert. Daaaanke dafür. War eine wunderbare erste Fahrt. Begleitet von Hupkonzerten. Jede Ampel eine Tortur.

    Das Hauptproblem danach ist, finde ich, in kritischen und/oder unübersichtlichen Situationen richtig zu reagieren. Heute auch so einen Fall gehabt: Völlig unübersichtliche Kreuzung, bei der sieben Straßen auf ziemlich seltsame Art und Weise zusammen kamen. Auf so etwas bereitet einen die Fahrschulzeit nicht vor. Wenns dann noch kritisch wird, erst recht nicht. Von daher, der Fahrlehrer hatte absolut recht!

    Beste Grüße,
    Björn

    AntwortenLöschen
  6. "Ich kannte bis dahin nur das Fahrschulauto, ein Diesel. Erstes Auto danach war ein Benziner mit relativ schwachem Motor." Willkommen im Club! Hachja der schöne Diesel..... Berganfahren: Kupplung auf Schleifpunkt kommen lassen und dann einfach losfahren. Mit meinem Benziner habe ich dann mal an einem ziemlich steilen Berg für eine gefühlte Stunde den kompletten Verkehr aufgehalten. Mittlerweile weiß ich, dass ich so etwas wie eine Handbremse habe :D. Allerdings wechselte ich nicht gänzlich unvorbereitet in meinen Benziner. Ich war schon Jahre vorher immer so scharf aufs Autofahren gewesen, dass ich bereits einige, nennen wir es, Übungseinheiten im rechtlichen Graubereich absolviert hatte. Später dann auch Verkehrsübungsplatz. Dennoch war es nach der Prüfung ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    "War eine mittelschwere Katastrophe." Beschreibt ziemlich gut meine erste Fahrt alleine. Ich vergaß beim Linksabbiegen, dass da ja auch die Fußgänger grün haben und beim Gang über die Straße auf die Rücksicht der Autofahrer vertrauen. Sprich, ich habe innerhalb der ersten 10 Minuten bereits beinahe einen Menschen platt gefahren. Einen kurzen Moment lang dachte ich: "Ok, ne, Autofahren ist echt nichts für mich". Meine erste Fahrt durch eine richtige Großstadt brachte mir dann auch das von dir erwähnte ständige Angehupt-werden. Also tröste dich, lieber Björn, mit dieser Erfahrung bist du ganz und gar nicht alleine. Man versuche es mit einem schönen Reframing: Hupen (Autokorso) nach einem gewonnenen Spiel = Sie freuen sich und feiern den Sieg - Hupen wenn Björn mit seinem frisch erworbenen Führerschein durch die Straßen heizt = Die Leute machen dir zu Ehren ein Hupkonzert um dir für deinen bestandenen Schein zu gratulieren!

    "Völlig unübersichtliche Kreuzung, bei der sieben Straßen auf ziemlich seltsame Art und Weise zusammen kamen."Ja, solche Kreuzungen sind ganz toll. Super sind auch drei- oder vierspurige Kreisverkehre. Aber das ist alles nichts gegen Paris! Da braucht man wirklich Nerven aus Stahl.

    Du scheinst ein echtes Trauma von Effi Briest zu haben. Ich musste das Buch damals zum Glück nicht lesen. Aber eine Person aus meinem Umfeld. Dazu gibt es eine Geschichte, die ich hier zwar besser nicht erzähle, die mich aber dazu bringt immer lachen zu müssen, wenn ich "Effi Briest" höre. Diese Klasse verstand es, aus den ödesten Unterrichtsstunden die besten des Lebens zu zaubern.

    "Was ich für sinnvoller halte, wäre, wenn die theoretische Prüfung wirklich relevantes Wissen abfragen würde." Was wäre denn deiner Meinung nach relevantes Wissen? Ich habe schon den Eindruck, dass durchaus relevantes Wissen vermittelt wird, nur dass dieses eben auf so bescheuerte Art und Weise abgefragt wird.

    Herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
  7. Guten Abend,

    erst einmal zu Effi Briest: Meine Interpretation dazu lautet, dass der Autor gezielt das Buch in einer Art und Weise geschrieben hat, die den Leser die Langeweile der Protagonistin viszeral erleben lässt. (Entweder das, oder der Autor kann einfach nicht schreiben.)
    Jemand, der das Buch mochte, beschrieb es mal als "es plätschert so ruhig dahin, und da passiert nichts" - wo ich ergänzen möchte, schlimmer noch, was alles passiert, der gesamte Verlauf, wird direkt auf den ersten Seiten in Metaphern verraten.
    Seit ich lesen gelernt habe, noch in der Grundschule, habe ich pro Monat mehrere Bücher gelesen, Bibliothek vor Ort sei Dank. In der zehnten Klasse musste ich dieses, erm, "Machwerk" lesen. Danach habe ich vier Jahre freiwillig kein Buch mehr angefasst.
    Kein Trauma, aber eine extrem starke Abneigung.
    Ironie: Im selben Jahr empfahl Reich-Ranicki das Buch als Weihnachtsgeschenk für Jugendliche. Fantastische Idee!
    Gut ein halbes Leben später kommt mir das Buch vielleicht nicht mehr so schrecklich vor. Abstumpfung. Damals aber? Absolut grausam, diese induzierte viszerale Langeweile. Dabei ist es fast unmöglich mich zu langweilen - aber dieses Buch hat es geschafft. Brrr.
    Dazu der völlig verkorkste Inhalt bzw. dessen Grundstruktur, was zur Langeweile einerseits und zu meiner Abneigung andererseits beiträgt. Effi ist keine Protagonistin, sondern ein Paradebeispiel für einen "designated hero" und der Versuch des Autors, dennoch demgegenüber positive Emotionen auszulösen.

    "Willkommen im Club! Hachja der schöne Diesel..... Berganfahren: Kupplung auf Schleifpunkt kommen lassen und dann einfach losfahren."
    Oh ja. Dabei ging das bei meinem Benziner mit dem Anfahren ohne Gas kaum auf einer Geraden. Sobald nur ein wenig Steigung hinzu kam... aaaaah!

    "ass da ja auch die Fußgänger grün haben und beim Gang über die Straße auf die Rücksicht der Autofahrer vertrauen. Sprich, ich habe innerhalb der ersten 10 Minuten bereits beinahe einen Menschen platt gefahren."
    Immerhin vom Fleck gekommen ;-). Das Problem hatte ich nicht. Nur so andere. Wie dauernd den Motor abgewürgt. Falsch eingestellte Lüftung, daher beschlagene Scheiben. Mitten in einem Gewitter. Wo ich zudem nicht wusste, wie bei dem Auto die (sehr versteckten) Lichter anzuschalten sind... das war eine Wahnsinnsfahrt 0_o.

    "Die Leute machen dir zu Ehren ein Hupkonzert um dir für deinen bestandenen Schein zu gratulieren!"
    Hehe. Ist ja zum Glück schon eine ganze Weile her.

    "Ja, solche Kreuzungen sind ganz toll. "
    Ich bin immer noch am Rätseln, wie ich da blinken müsste. Ganz seltsam.
    Autofahren macht mir eigentlich Spaß. Großstädte, bestimmte Winkel, da ändert sich das aber mal hier und da...
    Kreisverkehre sind eh so eine Sache für sich. Mehr als zweispurig habe ich bisher noch nicht durchfahren. So selten wie da geblinkt wird, bzw. wie meiner Erfahrung nach bei allen Kreisverkehren geblinkt wird, stelle ich mir das auch grausamst vor.

    "durchaus relevantes Wissen vermittelt wird"
    Wird es vermittelt? Oder werden am Ende nur die Antworten zu den Fragen auswendig gelernt?

    Wie ich die Prüfung gestalten würde:
    - keine vorher bekannten Fragen.
    - 1/2 Fragen zu Beschilderung und Vorschriften (ähnliche Frageninhalte wie bereits jetzt, aber ohne die versemmelten Antwortkonstruktion).
    - 1/2 Situationsvorgaben, die dann eingeschätzt werden soll. Ähnlich den schon vorhandenen Bildern bzw. Videos, bloß vielleicht noch einen Ticken komplexer, dafür aber inhaltsorientiert und nicht mit unsinniger Abfrageweise.
    Diese Kombination aus bekannten Fragen + unsinniger Abfrageweise ist es, die meinem Eindruck dazu führt, dass nicht wirklich Verkehrsregeln gelernt werden, sondern "Frage-Antwort-Kombinationen".

    Beste Grüße,
    Björn

    AntwortenLöschen
  8. Bonsoir,

    "Mitten in einem Gewitter. Wo ich zudem nicht wusste, wie bei dem Auto die (sehr versteckten) Lichter anzuschalten sind... das war eine Wahnsinnsfahrt 0_o." Diese Wahnsinnsfahrt hatte ich auch. Allerdings hatte ich da den Führerschein dann doch schon ein paar Wochen. Wie du ja weißt, habe ich im Sommer Geburtstag und da ich die Prüfung schon zwei Wochen vor meinem 18. bestanden hatte, stand ich natürlich am 14. früh morgens pünktlich vorm Amt, als die Türen geöffnet wurden, um mir den Schein abzuholen. Nun waren die folgenden Wochen aber immer sonnig und trocken und ich dachte ich hätte mit meinem Benziner nun alle möglichen Situationen durch und wüsste wie die Kiste funktioniert. Dann geriet ich aber eines Tages unerwartet in einen furchtbaren Platzregen. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt mit drei Freunden auf der Autobahn.... Plötzlich sah man nichts mehr und ich hörte es von hinten schreien: "Nun mach doch mal den Scheibenwischer an!" Meine Antwort darauf: "Wie denn?" Dann jemand anderes total in Panik: "Wie, du weißt nicht wie man hier die Scheibenwischer anmacht? Nun tu doch etwas!" Woraufhin alle nach vorne gesprungen kamen und wie wild alle möglichen Knöpfe ausprobierten und ich einfach nur versuchte blind Kurs zu halten. Es ist übrigens am Ende gut ausgegangen, allerdings schaue ich bei neuen Autos seit dem immer als erstes nach, wie man die Scheibenwischer bedient (Und wie man Licht anmacht).

    "Wird es vermittelt? Oder werden am Ende nur die Antworten zu den Fragen auswendig gelernt?" Sind gelernte Antworten kein Wissen? Was ist Wissen? Wenn ich frage: "Was mache ich wenn die Ampel rot wird?" und die dazugehörige Antwort lautet: "Ich halte an.", ist diese Antwort dann kein Wissen? Ich hatte zumindest in den Theoriestunden teilweise schon das Gefühl etwas zu lernen. Sicherlich war nicht alles neu, aber vieles wusste ich tatsächlich noch nicht. Also wurde ja schon das eine oder andere Sinnvolle vermittelt. Die Abfrage, ja, da sind wir uns ja einig, dass man die noch einmal überdenken könnte. Aus deinen Ausführungen ist jetzt aber nicht hervorgegangen welches Format deine Prüfung haben würde? Weiterhin MC? Oder offenes Format? 1. Teil MC und zweiter Teil offen? Ich sag mal so, ohne jetzt besonders vorurteilbehaftet wirken zu wollen, wenn dort die ganzen Jugendlichen aus allen möglichen Bildungsschichten hin kommen und zudem vermutlich auch nicht besonders viel Lust dazu haben, irgendwelche Texte zu schreiben, wie sehen die Antworten dann wohl aus? Kann man das überhaupt noch lesen? Und wer soll das korrigieren? Und wie lange soll das dauern? Das ginge ja gar nicht, das muss doch zack zack gehen. Fragebogen wird abgegeben, Schablone wird drüber gelegt und es wird abgeglichen.
    Und wie würde deine Wissensvermittlung aussehen? Eine Art Lehrbuch, indem in Fließtext alle wichtigen Themen erklärt werden? Ich frage so genau, weil ich deine Ideen sammeln und dann später als meine eigenen ausgeben und einreichen möchte :D. Nein, Scherz. Ich finde die Überlegungen durchaus interessant, frage mich aber dennoch, ob es wirklich so einfach wäre das Ganze besser zu gestalten. Ich bin von deinen Ideen noch nicht zu 100% überzeugt, zumindest was die Umsetzung betrifft. Kann sich aber durchaus noch ändern.

    Herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
  9. Schönen Abend,

    ich muss zugeben, ich bin jetzt schon extrem neugierig, um was für ein Auto es sich bei deiner ersten Regenfahrt gehandelt hat! Bisher kenne ich nur Autos, die Scheibenwischer rechts per Schalter am Lenkrad haben. (Allerdings kenne ich nur N=20 Autos, bei denen ich darauf geachtet habe, was wohl nicht sehr viel ist.)

    Bei mir lag das Lichtproblem übrigens an folgender Umstellung: Fahrschulauto war ein Golf, da wird das Licht per Drehknopf am Armaturenbrett geregelt. Bei meinem eigenen Auto dann (Renault Twingo) hingegen, indem der Blinkerhebel gedreht wird. Innovativ, aber seltsam.

    "Es ist übrigens am Ende gut ausgegangen, allerdings schaue ich bei neuen Autos seit dem immer als erstes nach, wie man die Scheibenwischer bedient (Und wie man Licht anmacht)."
    So gehts mir auch. Immerhin aus den Wahnsinnsfahrten etwas gelernt ;-).

    "Wenn ich frage: "Was mache ich wenn die Ampel rot wird?" und die dazugehörige Antwort lautet: "Ich halte an.", ist diese Antwort dann kein Wissen?"
    Der Logik nach habe ich gelernt, dass es völlig egal ist, wenn Kinder auf der Rückbank sind, ob die Türen des Autos geschlossen sind. Oder, dass im Herbst nicht mit Verschmutzungen der Fahrbahn zu rechnen ist.
    Problem ist, worauf ich hinaus wollte, ist, dass sich Wissen über die Straßenverkehrsregeln bei der Prüfung schlecht in Wissen zum Bestehen der Prüfung verwandeln lässt. Noch anders formuliert, die Validität ist begrenzt. Die theoretische Prüfung ist wie wenn man ein Hygrometer mit einem Thermometer verbindet und sich dann wundert, dass der Luftdruck so komisch angezeigt wird.

    "Ich hatte zumindest in den Theoriestunden teilweise schon das Gefühl etwas zu lernen."
    Theoriestunden, auf alle Fälle! Aber da galt extrem "nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir" - denn für die Prüfung haben die mir zumindest kaum etwas gebracht.

    "Weiterhin MC? Oder offenes Format?"
    Das ist eine verdammt gute Frage. An sich bin ich ein Fan von MC-Klausuren, aber das allein aufgrund Fragen der Pragmatik bei der Auswertung. Nur bezahlt man die Teilnahme an der Prüfung - da könnte man meiner Meinung nach schon auch ein wenig händische Auswertung erwarten. Hm. Schwierig.

    "Kann man das überhaupt noch lesen?"
    Finden eh am Rechner statt -> getippt kein Problem. Allerdings, wie gesagt, ich mag MC-Klausuren. Wenn sie vernünftig gestaltet sind.

    "Und wie würde deine Wissensvermittlung aussehen?"
    Die Wissensvermittlung aktuell ist ja eine Frage der Fahrschulen, da gibt es bereits ganz unterschiedliche Konzepte. Schwierig finde ich da die Zusammenpassung aus den Kenntnissen um die Straßenverkehrsordnung und den Fragen - denn die finde ich... problematisch.

    Beste Grüße,
    Björn

    AntwortenLöschen
  10. Lieber Björn,

    gut, dass du nach dem Auto fragst, dabei fällt mir nämlich auf, dass ich das Erlebnis gar nicht mit meinem Wagen, sondern mit dem meiner Mutter hatte. Es war ein Daihatsu und man machte das Licht an, indem man am rechten Hebel (nennt man das so?) drehte und für den Scheibenwischer hinten gab es links(!) einen extra Knopf. Total seltsam war das. Ich hatte, wie du, auch einen Golf in der Fahrschule (war deiner zufällig schwarz?) und an den Drehknopf zum Licht anmachen kann ich mich auch noch erinnern. Ansonsten kenne ich Licht glaube ich auch nur am linken Hebel, so wie bei deinem Twingo. Aber ich merke gerade, dass, je mehr ich an alle Autos die ich je gefahren bin zurück denke und versuche mir vorzustellen, wo dort welcher Schalter war, desto mehr komme ich durcheinander. Wie kann das alles nur so uneinheitlich sein? Ich würde schon fast sagen, innovativ wäre mal alles zu standardisieren. Auf jeden Fall liebe ich es total Autos zu fahren, die ich noch nie gefahren bin und freue mich immer wie Bolle, wenn mir jemand erlaubt mit seinem Wagen zu fahren. Aber mein N ist ebenfalls nicht so groß, wie es vielleicht klingen mag.

    Nur mal so eine Idee: Wenn man schon die Prüfung nicht ändern will, vielleicht wäre es ja ein Ansatz, in den Theoriestunden genau die Prüfungsfragen aufzugreifen, zusammen mit der Frage „Und was bringt mir das für die Praxis?“. Anwendungsbeispiele nennen, oder die Schüler vielleicht sogar Anwendungsbeispiele selber ausdenken lassen. Mein Gedanke: Wenn ich mir zu einer eigentlich auswendig zu lernenden Aussage eine konkrete Situation vorstelle, mich darin hinein versetze, vll. noch ein paar Variablen verändere, hier noch ein Ball auf der Straße, dort noch ein Typ der mir plötzlich die Vorfahrt nimmt, dann passiert das Ganze tatsächlich in meinem Kopf. In der Prüfung kann ich die Frage vielleicht besser beantworten, weil ich mich noch genau daran erinnere, wie wir diese Frage im Unterricht hatten und wie ich in Gedanken an dieser einen Ampel stand. Und Umgekehrt erinnere ich mich in der Praxis vielleicht in einer ähnlichen Situation an die Theoriestunde in der diese Situation besprochen wurde und kann besser reagieren, weil ich die Situation in Gedanken bereits durchlebt habe. Realistisch?

    Herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
  11. Guten Abend,

    ich versuche mich gerade zu erinnern, welche Farbe mein Fahrschulauto hatte. Es war schon ein etwas älterer Golf, und er hatte eine sehr dunkle Farbe. Wenn es Schwarz war, dann aber ein ziemlich blasses Schwarz. Anthrazit würde ich am ehesten sagen. Allerdings gibt es den Fahrschulwagen seit nunmehr geraumer Zeit nicht einmal mehr (die Fahrschule hat inzwischen auf einen modernen Golf umgestellt). Kann auch Dunkelblau oder Dunkelbraun gewesen sein.

    Bei der Bedienung mit dem Daihatsu hätte ich auch weder Licht noch Scheibenwischer gefunden. Musste da aber an etwas denken, was mir ein Bekannter erzählt hat. Der war vor einiger Zeit in Großbritannien, hat da ein etwas älteres Auto (Bentley!) fahren dürfen. Der Schalter rechts am Lenkrad war der Ganghebel, was sonst der Drehzahlmesser neben dem Tachi ist war dort der Lichtschalter samt darunter das Zündschloss, darunter versteckt als Schalter die Scheibenwischer... oh, und die Handbremse war wohl in so einer Art Handschuhfach? Das habe ich nicht wirklich nachvollziehen können.
    Standardisierung, würde sicher helfen. Gerade, wenn man mit einem neuen Auto unterwegs ist. Die Pedale sind ja zum Glück auch standardisiert. Andererseits machen für mich auch so kleine individuelle Unterschiede den Charme der Autos aus. Ich mag es daher auch, in anderen Autos mitzufahren, einfach um die mal zu sehen und zu erleben - muss die da gar nicht mal selbst fahren. Wobei selbst fahren noch toller ist. Hm. Die lebenswichtigen Sachen der Bedienung standardisieren, klingt gut. Beim Rest ist ein wenig Individualität aber auch nicht verkehrt.
    (Mein Favorit, neben dem Twingo I, dürfte da die Fiat Barchetta sein - warum werden alle Autos, die ich mag, nicht mehr gebaut?!)

    "Nur mal so eine Idee: Wenn man schon die Prüfung nicht ändern will,"
    Schöne Idee! Mag ich an sich auch.
    Einige Fahrschulen setzen so etwas ähnliches wohl auch um, habe ich gehört.
    Allerdings ändert das meiner Einschätzung nach nichts an der testtheoretisch bescheiden gestalteten Prüfung. Deine Idee bringt für die vernünftig gestalteten Fragen definitiv etwas - nur die (leider doch recht vielen) unsinnig gestalteten nichts. Bei sprachlichen Intelligenztests und verquert gestellten Fragen (Stichwort wenn Kinder mitfahren, ist es laut Prüfungsfrage egal, ob die Türen geschlossen sind) nutzt einem nur sprachliche Intelligenz und stures Auswendiglernen. Do not like.

    Beste Grüße,
    Björn

    AntwortenLöschen