Sonntag, 3. Februar 2013

Die Magie des fehlenden Endes

Eine Beobachtung zieht sich durch viele Bereiche der Psychologie. Wir lieben es, wenn Geschichten, Erzählungen, Handlungen, wie auch immer, einen Abschluss haben. Es ist ein magischer Moment, wenn sich ein Ziel gesetzt wird (siehe z.B. Ach, Lewin, Gollwitzer und einige Dutzend Namen mehr). Ein Ziel, das nicht erledigt ist, bleibt bevorzugt im Gedächtnis. Geschichten, unvollendet, über Jahre und mehr. Aber wenn das Ziel erreicht ist, das Ende da ist? Dann ist diese Magie verflogen, vorbei.

Dieses Phänomen findet sich in unterschiedlichster Form wieder. Man denke da einmal an Serien im Fernsehen, und welche den Zuschauer (halbwegs) erfolgreich bei der Stange halten. Man denke an Menschen, die ein bestimmtes Ziel im Leben verfolgen. Umgekehrt, die Schattenseite davon; was ist, wenn etwas in der Vergangenheit geschah, nicht abgeschlossen wurde und weiterschwelt?


Oder, als Kontrapunkt dazu, auf die falsche Weise abgeschlossen wurde? Was wäre gewesen, wenn?

Wir stellen uns diese Fragen, weil wir nicht irgendwelche Enden haben möchten - ganz getreu nach den Simpsons* "wir haben ein Ende. Das ist doch auch etwas.", sondern ein Ende soll sich auch "richtig" anfühlen - sonst ist es keins. Oder doch?

Pratchett stilisiert dies in seinen Scheibenwelt-Romanen gar zu einem Naturgesetz hoch - der narrativen Kausalität. Nur jene in unserer Welt zu finden dürfte schwierig sein. Oder? Nun, man denke an so viele Ideenkomplexe, die versuchen, Sinn zu stiften. Ganz großes Thema in der Religion. In manchen Philosophien - ich habe vergessen, welcher Ureinwohnerstamm es war, aber irgendwo hieß es "die Wahrheit über Geschichten sei, dass wir in ihnen leben", bis hin zu Psychophilosophen a la Jung.

* = ich bin ja der Meinung, man kann wichtige Theorien der Psychologie hervorragend an den Simpsons demonstrieren. Das erinnert mich daran, dass mir da eigentlich

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