Donnerstag, 21. Februar 2013

Fallstricke des Lernens am Modell

Imitationslernen. Lernen am Modell. Soziale Lerntheorie. Beobachtungslernen. Viele Umschreibungen für ein Phänomen: Man lernt vom Verhalten anderer.

Das ist - sehr oft - absolut sinnvoll. Denke an Sprache, Verhalten in der Gesellschaft, und vieles, vieles mehr. Viel von dem Wissen, das wir uns im Laufe unseres Lebens aneignen, ist implizit. Viele Fertigkeiten von anderen abgeschaut. Nur... nicht immer sind diese Sachen auch funktional, richtig oder auch nur beabsichtigt.

Teils tritt sogar das Gegenteil dessen ein, was eigentlich beabsichtigt wurde. Ein schönes Beispiel ist für mich da die Fabel vom Jungen, der Wolf rief. Die soll eigentlich demonstrieren, dass sich Lügen nicht lohnt; denn am Ende wird dem Jungen, als tatsächlich ein Wolf seine Schafe riss, nicht mehr geglaubt. Entsprechend wurde diese warnende Fabel Kindern vorgelesen. Deren Neigung, selbst zu lügen, sprunghaft anstieg.

Ich selbst muss in Sachen Straßenverkehr gegen mich selbst kämpfen, etwaige Lernerfahrungen über die Modellschiene zu machen. Gerade was so Themen wie Geschwindigkeit, Blinken, Nutzung des Abblendlichts, und ein paar Themen mehr angeht - NICHT gut. Verstehe mich nicht falsch, ich will da nicht den Moralapostel spielen. Mir kommen manche Regeln auch grob unsinnig vor. Nur vor der praktischen Prüfung muss ich mich nun einmal dran halten - auch wenn ich dann als einziger von dreißig Fahrern blinke, wo man blinken muss, es aber straßenplanungsbedingt niemand tut. Umgekehrt will ich auch nicht verharmlosen - Geschwindigkeiten grob zu übertreten ist gefährlich. Komplexes Thema.Will ich jetzt gar nicht elaborieren. Nur... nicht immer ist das, was andere Vorleben, in allen Lebenslagen funktional. Und nicht immer funktionieren Modelle so, wie beabsichtigt.

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