Montag, 4. Februar 2013

Priming

Kennst du die Legende? Früher soll angeblich eine Form von Werbung ausprobiert worden sein, bei der für den Bruchteil einer Sekunde, nicht bewusst wahrnehmbar, in Filmen Werbebotschaften, Bilder und ähnliches plaziert worden ist. Das ganze funktionierte nur dummerweise so gar nicht.

Priming ist ein interessanter kognitiver Prozess, bzw. Gedächtnis. Kurz gesagt das nicht bewusste Wahrnehmen von Zusammenhängen - unabhängig davon, ob jene real sind, oder eben nicht. Skinners abergläubische Tauben entstanden durch 'erkannte' Zusammenhänge, die nicht real waren. Priming ist ein sehr abstraktes Konzept. Zwei Beispiele fallen mir dazu ein:

Mir geht es so, wenn ich im Auto unterwegs bin, nehme ich einen Teil der Schilder gar nicht mehr bewusst wahr. Und kann dennoch genau sagen, wie die rechtliche Situation auf der Straße ist. Die Schilder wirken als Priminghinweise.

Dann gibt es da ein sehr krasses Experiment. Dort wurden zwei Gruppen von Studierenden Texte zu lesen gegeben. Einer neutral, der andere voller Primes in Richtung Alter und Rentner. Dann wurde gemessen, wie schnell die Studierenden beim Raumwechsel durch den Flur gingen. Die Gruppe, die auf Alter geprimed war, ging signifikant langsamer.

Lässt sich so etwas nutzen? Nun. Ich bin der Überzeugung, dass viele psychologische Phänomene oft im Alltag genutzt werden, bereits völlig unbewusst - erlernt einfach dadurch, dass beobachtet wurde, was funktioniert. Warum etwas funktioniert, ist oftmals gar nicht mal so interessant. Ich meine, frage dich einmal, wie die Schwerkraft funktioniert! Dazu gibt es unzählige Theorien in der Physik, aber bisher konnte diesbezüglich nichts gefunden werden. Trotzdem ist die Schwerkraft real - sie funktioniert, und auch die damit einhergehenden Effekte (Newton, Einstein und co) sind beobachtbar. Nutzbar. Um auf das Priming zurückzukommen, mir ist in meinen Lieblingsbüchern fiktionaler Natur durchaus eine gewisse Häufung bestimmter Themen aufgefallen. Themen, die gar nicht irgendwo postuliert sind, sondern Teil des Erzählstils und der Geschichte sind. Hm.

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