Sonntag, 17. Februar 2013

Spaß mit Operationalisierungen

Gestern musste ich doch schmunzeln. Nicht, dass ich die Hypothese in irgendeiner Form bewerten will, aber die Operationalisierung schoss alles ab.

Und zwar ging es um die zugrundeliegende Annahme, dass Frauen ein besseres episodisches Gedächtnis als Männer haben. Episodisches Gedächtnis ist der Teil unserer Erinnerung, der lebendig ist, in dem wir uns selbst sehen (bzw. hören, fühlen, wie auch immer). Wenn du dich an deinen letzten Geburtstag erinnerst, das wäre ein Beispiel für das episodische Gedächtnis.

Demgegenüber steht das semantische Gedächtnis - das "Faktenwissen". Wenn ich dich frage, was die Hauptstadt von Deutschland ist, wird dir (vermutlich) Berlin in den Sinn kommen. Daran erinnerst du dich. Aber vermutlich wirst du dich nicht daran erinnern, wann du dies erfahren hast. Informationen im semantischen Gedächtnis haben keinen Bezug zum Selbst.

Wie wurde in der Studie nun das episodische Gedächtnis operationalisiert? Indem Wissen aus Frauenzeitschriften abgefragt wurde, wie zum Beispiel welches Hobby ein berühmtes Mitglied eines Königshauses hat, oder welches Kleid eine Berühmtheit auf einem besonderen Anlass trug.

Wenig überraschend wurde dann das Ergebnis gefunden, tatsächlich haben Frauen ein besseres episodisches Gedächtnis!

Ich war nicht überrascht. Aber amüsiert.

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