Sonntag, 17. März 2013

Kreativitätsübung - Assoziationen

Eins ist mir immer wieder aufgefallen: Wenn Verständnis eine Kutsche ist, dann sind Metaphern und Vergleiche Pferde, während detaillierte Erklärungen etwas von Hauskatzen haben. Sicher, genug Katzen, die genug motiviert sind, werden auch irgendwann die Kutsche bewegen können - aber die Pferde haben wesentlich mehr PS!

Was auch Sinn macht: Die grundlegensten Formen des Lernens (egal ob Konditionierung, Lernen am Modell, Lernen durch Problemlösen, und vieles mehr) geschehen letztendlich durch Assoziationen. Auch so Späße wie Priming beruhen auf Assoziationen. Das heißt, unser Verstand setzt gerne Dinge miteinander in Verbindung oder im Kontrast - so wie ein Chemiker gern Substanzen mischt oder so interessante regenbogenartige Schichten erzeugt.

Ich weiß gar nicht, womit ich schon alles teils sehr komplexe psychologische Phänomene erklärt habe. Neben den üblichen Verdächtigen auch mal Simpsonsfolgen, Smilies, auf den ersten Blick völlig andersartige Alltagserlebnisse...

... der Trick ist: Die Assoziation muss nicht perfekt sein. Sie kann sogar ziemlich weit her geholt sein. Dennoch wird sie extrem gut verstanden. Mir fällt da ein ziemlich bekanntes Beispiel aus einem Film ein. Forrest Gumb: "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiß nie, was man als nächstes bekommt."
Wenn man genauer darüber nachdenkt, macht das Beispiel logisch nicht so wirklich viel Sinn. Da wichtige Teile unseres Verstandes jedoch assoziativ und letztendlich alogisch arbeiten, zieht es dann doch.

Entsprechend halte ich es für eine wichtige Fähigkeit, assoziativ denken zu können.

Und das kann gelernt werden! Und zwar einfach, indem man Vergleiche zwischen zwei scheinbar unabhängigen Objekten zieht. "Ein Mülleimer ist wie eine Festplatte - hält man keine Ordnung, sammelt sich da schnell ganz viel an." "Singvögel sind wie Wecker. Oft rechnet man mit ihrem Klang - erklingen sie unerwartet, ist man jedoch schnell überrascht." "Sich in ein neues Themenfeld einzuarbeiten ist wie die Wanderung der Lachse - man macht sich auf den Weg trotz aller Widerstände, denn man weiß, wo man hinwill - und jeder Weg beginnt mit dem Impuls sich aufzumachen!"

Ich kann nur empfehlen, jeden Tag ein paar Minuten für solch mehr oder weniger sinnvolle Assoziationen zu nutzen. Denn selbst mit einem mittelmäßigen Bild erreicht man mehr als mit einer guten sachlichen Erklärung.

Übrigens gibt es dabei noch einen kleinen Bonus. Es gab Forschungen zu ähnlichen Übungen, und das Ergebnis war, dass die Leute im Laufe der Zeit nicht nur assoziativer wurden, sondern sich auch der IQ steigerte.

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