Samstag, 6. April 2013

Genetische Determinante der Persönlichkeit

Ich kenne ziemlich viele Studien, welche sich mit dem Einfluss der Gene auf die Persönlichkeit beschäftigen. Auf der einen Seite stehen Studien mit getrennt aufgewachsenen Zwillingen, welche immerhin so etwas im Bereich (je nach Persönlichkeitsfaktor) um .5 herausbekommen.

Dann, mit wesentlich besseren Ergebnissen, die Studien, welche die Stabilität der Persönlichkeit messen. Allerdings habe ich mit diesen Studien ein Problem. In gewisser Weise ist die Persönlichkeit so etwas wie eine Frage der Gewohnheit. Menschen sind unglaublich auf Gewohnheit ausgerichtete Geschöpfe. In gewisser Weise kann man es vergleichen mit der Frage nach dem Beruf. Wenn es da keinen äußeren Zwang zu Änderungen gibt, sind jene auch sehr stabil. Tatsächlich erreicht diese Frage genau so hohe Korrelationen wie jene nach der Stabilität der Persönlichkeit. Dadurch würde ich jetzt aber nicht den Schluss darauf zulassen, dass der Beruf genetisch bedingt sei.

Man muss bei Persönlichkeit, ebenso wie bei der Berufswahl, nämlich einmal folgendes Bedenken: Wir haben viele verschiedene Potentiale in uns. Nicht alle kommen immer zur Geltung. In gewisser Weise hat die Persönlichkeit etwas mit dem Beruf gemeinsam: Dort sind gerade bestimmte Potentiale aktiv. Aber das heißt nicht, dass dies die einzigen sind - sondern nur, die gerade aktiven, dominanten.

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