Samstag, 27. April 2013

"Internetsucht"

Immer wieder wird das Thema Sucht und Internet im Zusammenhang gebracht. Ich empfinde das immer als sehr interessant - einerseits weil schon durch die Art, wie das besprochen wird; und die Begriffe, die verwendet werden, ein bestimmter Vorabrahmen aufgebaut wird.

Einer, den ich nicht mag. Warum? Nun, ich habe mal diesen Vergleich verwendet, als ich darauf angesprochen worden bin:
Betrachten wir das Internet doch einmal als nützliches Mittel, so eine Art Werkzeug im Alltag. So etwas wie eine Uhr. Wahrscheinlich wirst du auch mit einer Menge Uhren zu tun haben. Sei es der Wecker, der dich an Arbeitstagen weckt. Sei es eine Uhr auf der Uni / Arbeit, welche dir sagt, wie lange du schon da bist - und wie lange du wohl noch da sein wirst. Sei es vielleicht eine Armbanduhr (oder Handyuhr), die dir auch beim Stadtbummel anzeigt, wie spät es ist. Oder du dich mit Freundinnen verabredet hast, und so weißt, wann du losgehen muss - irgendeine Uhr wird dir das sagen.

Vor weniger als hundert Jahren hatte fast niemand Uhren, und alle orientierten sich an den Kirchenglocken - warum also die vielen Uhren in deinem Leben? Bist du uhrensüchtig?

Das Problem am "Internet" ist, dass es ganz furchtbar schlecht definiert ist. Es ist ein Medium, welches viele Möglichkeiten bietet. Angefangen von sozialen Funktionen, über Informationen, über Entertainment verschiedenster Art, und vieles mehr. Da von einer "Internetsucht" zu sprechen hat etwas davon, von einer "Flüssigkeitensucht" zu sprechen. Nach bestimmten Flüssigkeiten kann man durchaus süchtig werden, aber nach Flüssigkeiten generell? Versuche doch mal, längere Zeit auf Wasser zu verzichten!

(Ja, dies ist ein Advocatus Diaboli und eine Rahmenmanipulation meinerseits. Gut, dass es dir aufgefallen ist.)

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