Freitag, 17. Mai 2013

So lange es niemand weiß, oder auch: Spontaneität

Ein schönes Detail hat es, wenn man kein Wort darüber verliert, warum man etwas macht, was man erwartet. Man hält sich ziemlich flexibel. Zeigt sich zum Beispiel, dass ein Klient auf eine bestimmte Methode nicht anspringt, wechselt man einfach zur nächsten. Aus dem Grund hat man ja einen Blumenstrauß davon.

Andererseits (Stichwort Rahmensetzung) können Aktionen, die so gar nicht das bewirken, was sie eigentlich sollten, schlicht umgedeutet werden. Ein wenig geht es mir so mit der Raumfrage. Eigentliches Ziel war es gewesen, eine bestimmte Eigenart von Sprache zu kommunizieren, wenn man Frage auf eine bestimmte Art und Weise stellt. Nur fiel mir dann auf, schriftlich funktioniert das nicht. Zumindest nicht so, wie gedacht. Man liest zu schnell, wodurch der Subtext meinem Eindruck nach nicht ausreichend bearbeitet wird. Es verbleibt die Sachebene, und auf der findet sich das nicht wieder, was ich eigentlich darin unterbringen wollte.

Dafür jedoch wurde daraus, finde ich, eine gute Analogie zu verschiedenen Problemen - und das völlig unbeabsichtigt. Bei dem Punkt "im Raum ist kein Stuhl" klang das ja schon an. Warum scheitern denn so manche Ernährungsumstellungen? Die Aufgabe schlechter Gewohnheiten? Das Unterlassen von Zwangshandlungen? Weil ein mentales Vakuum gebildet wird - und das geht nicht. Will man etwas ändern, muss irgendein neuer Aufmerksamkeitsanker her. Ansonsten bleibt man gehen die Gedanken zu dem Vakuum hin, lösen den entsprechenden Zustand aus, und dann hilft nur noch "Willenskraft". Nur ist Willenskraft (sehr krass gesprochen) eine Illusion der Aufmerksamkeit. Sobald sich die Aufmerksamkeit auf etwas anderes richtet, aber der State noch der alte ist, wird dann das alte Verhalten gezeigt.

Auch die andere Stuhlverschiebungen sind gute Analogien zu verschiedenen dysfunktionalen Copingstrategien. Und all das war komplett unbeabsichtigt.

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