Samstag, 22. Juni 2013

NLP II

Ansetzend an den ersten Teil möchte ich nun über die Grundannahmen sprechen - und zwar nach und nach. Einfach weil die Grundannahmen wirklich das sind, was beachtenswert ist.

Grundannahme: Jede Person hat in sich die Ressourcen zur Lösung ihrer Probleme.

Das klingt erst einmal, je nach Perspektive, nach einem Allgemeinsatz - oder nach einer Unmöglichkeit. Aber nehmen wir dies einmal auseinander!

Einerseits findet sich hier der Punkt des Empowerments. Man "programmiert" hier nicht irgendeine Lösung herein, sondern wenn dann hilft man Klienten, selbst zur Lösung zu gelangen. Denn das Potential dazu hat er bereits. Dies ist eine Idee, die man zum Beispiel auch in der klientenzentrierten Therapie findet.

Aber wenn derjenige schon die Ressourcen in sich hat, warum besteht dann das Problem?

Gegenfrage: Kann denn ein Problem ohne Ressourcen bestehen? Wenn man nicht schon eine Idee, ein Gefühl, eine Annahme hat, dass der Ist-Zustand vom Soll-Zustand abweicht, würde man es überhaupt bemerken? Ein Problem trägt in sich schon den Samen zur Lösung - und es gilt, diesen Samen sprießen zu lassen.

Außerdem bedeutet, dass jemand die Ressourcen hat, nicht automatisch, dass darauf auch zugegriffen werden kann. Oder sich den Ressourcen bewusst ist. Da setzt man dann an.

Tatsächlich ergibt sich aus dieser Grundannahme jedoch auch eine ziemlich drastische negative Konsequenz - eine, die bei manchen Störungen (Alkoholismus z.B.) durchaus auch beobachtet worden ist. Ist kein Bewusstsein für ein Problem vorhanden, dann kann man der Person nicht helfen - zumindest nicht, bevor man ein Problembewusstsein erzeugt hat.

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