Mittwoch, 7. August 2013

Besitzprinzip und Autos

Ich mag ja eine gewisse Autosendung. Nennen wir sie, um Schleichwerbung zu vermeiden, "Höchster Gang USA". Neben dem völlig verschrobenen Umgang der drei Moderatoren finden sich da auch immer wieder eine schöne Reihe an psychologischen Phänomenen live demonstriert. Und das völlig unbeabsichtigt! Stichwort zum Beispiel das Kontrastprinzip - einer der drei Moderatoren (der Rennfahrer) redet immer, wenn er lügt, deutlich schneller.

Ein anderes ist das Besitzprinzip. Kurz gesagt lautet es, "man wertet etwas, das man schon besitzt, deutlich auf".

Ein Prinzip, das sich durchaus zum Beispiel im Bereich Verkaufspsychologie ausnutzen lässt. Man denke da an Aktionen wie "wenn Sie das Auto woanders billiger sehen, bringen Sie es zurück - wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis!". Solche Angebote werden allgemein gern angenommen, aber kaum je genutzt.

Und in der Sendung? Nun, selbst wenn es sich um Schrottkarren dreht (u.a. die designmängelbedingten gefährlichsten Autos, die hässlichsten Autos, Autos für 500$), ja sogar wenn die Autos aus Gehässigkeit von jemanden anderen zugespielt wurde, die Moderatoren entwickeln sehr oft eine absolut erstaunliche Loyalität zu "ihrer" Kiste. Selbst wenn sie sie nur fahren, weil sie dazu verdonnert worden sind. Bewertungsbiasse finden sich da in ganzen Herden!

Beispiel: Gefährlichsten Autos - der Rennfahrer überschlägt sich mit einem Auto, das dafür berüchtigt ist, selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten umzukippen. Und er machte sich selbst für den Fehler verantwortlich! (Und meinte das ernst, denn er sprach nicht schnell.)

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