Dienstag, 24. September 2013

Werte & Motive, Selbstüberhöhung und Alltagstyrannei

Nehmen wir einfach einmal folgenden Grundsatz als wahr an: Unterschiedliche Motive sind bei unterschiedlichen Menschen erstens verschieden stark ausgeprägt, und zweitens können mehr oder weniger (un-)ähnliche Ziele haben.

Verschiedene Forschungen sprechen dafür, dass dem so ist.

Nun kommt es dann zu zwei Phänomenen, die damit oft einhergehen. Und vor denen man sich hüten sollte:

1. Selbstüberhöhung: Das heißt, die eigenen Motive in ihren Ausprägungen für allgemeingültig zu halten. Im Sinne von "wenn jeder das tut, so und so handelt, dies und jenes im Leben verwirklicht, wird er glücklich". Für Menschen mit einem ähnlich ausgeprägten Motiv mag das stimmen. Für andere hingegen nicht. Tatsächlich kann man beobachten, dass (mit einer Ausnahme*) jedes Motiv gleich welcher Ausprägung überhöht wird. Ganz getreu dem Motto "so zu leben ist richtig!"

* = Das Anerkennungs- bzw. Anschlussmotiv, wenn es stark ausgeprägt ist. Da dies mit starker Abhängigkeit von anderen, Angst und Frustrationspunkten einhergeht, wird dies von den meisten, die dies haben, insgesamt nicht allzu positiv gesehen.

2. Alltagstyrannei: Das passiert, wenn dann versucht wird, die eigenen Motive anderen aufzuzwängen. Quasi die Steigerung der Selbstüberhöhung. Problem hierbei ist dann nicht nur, dass man sein Gegenüber nicht einmal mehr im Ansatz versteht - sondern man läuft dann auch in Gefahr, denjenigen unglücklich zu machen. Hier steckt keine böse Absicht hinter, tatsächlich oft sogar gute. Der Glaube, eine bestimmte Art zu leben würde den Menschen glücklicher machen. Problem ist nur, stimmt beim Gegenüber die Motivstruktur damit nicht überein, geht das völlig schief.


Das sind Punkte, die man beachten sollte, wenn man mit Leuten zu tun hat, die ihren Weg verloren haben. Die Frage sollte da immer sein "was macht dich glücklich?", und nie eine Vorgabe a la "tu einfach mal das!"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen