Sonntag, 13. Oktober 2013

Destruktiver Emotionsrahmen trifft symbolische Realität

Eine (Martketing-)Studie, die so skurril ist, dass ich sie einfach nur toll finde!

Grundfrage war jeweils, unter welcher Bedingung sich mehr Teilnehmende freiwillig für ein ehrenamtliches Engagement melden. Die Studie ist nicht ganz sauber, weil eine echte Kontrollgruppe fehlte, also nur Experimentalgruppen verglichen worden sind. Dennoch sehr interessant.

Durchgang 1
- Gruppe 1: Soll daran denken, wo ihnen früher geholfen worden ist.
- Gruppe 2: Soll daran denken, wo sie früher Mist gebaut haben.

Folge: Gruppe 2 meldet sich ganz signifikant häufiger.

Wenn wir uns erinnern: Letzteres löst Schuld- bzw. Schamgefühle aus.

Durchgang 2
- Gruppe 1a: Soll daran denken, wo ihnen früher geholfen worden ist. Bekommen als Dank für die Studienteilnahme einen Stift geschenkt.
- Gruppe 1b: Soll daran denken, wo ihnen früher geholfen worden ist. Bekommen als Dank für die Studienteilnahme ein Feuchthandwaschtuch geschenkt.
- Gruppe 2a: Soll daran denken, wo sie früher Mist gebaut haben. Bekommen als Dank für die Studienteilnahme einen Stift geschenkt.
- Gruppe 2b: Soll daran denken, wo sie früher Mist gebaut haben. Bekommen als Dank für die Studienteilnahme ein Feuchthandwaschtuch geschenkt.

Folge: Keine Veränderung in den beiden "Gruppe 1"-Bedingungen. Gruppe 2a weiterhin unverändert hoch. Aber Gruppe 2b ist plötzlich fast auf demselben niedrigen Niveau wie die Gruppe1-Bedingungen.

Wie das? Meine Vermutung, weil hier ein Symbol ins Spiel kommt. Eine Möglichkeit, Schuld- und Schamgefühle loszuwerden ist nicht nur Wiedergutmachung, Buße, wie auch immer (darauf beruht die erhöhte Teilnahmebereitschaft), sondern eben auch symbolische Gesten. Wie sich von etwas reinwaschen.

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