Montag, 14. Oktober 2013

Mini-Rahmen

Es gibt große Rahmen, und es gibt kleine Rahmen. Wie in einer etwas längergehenden Serie erklärt, sind Rahmen letztendlich so etwas wie Kontextinformationen, ohne die die Welt keinen Sinn macht. Nur sind diese Kontextinformationen veränderbar - wenn es um geistige Konstrukte geht. Oder strategisch plazierbar, wenn es um weltliche Konstrukte geht.

Drei Beispiele für letzteres - ich glaube, mindestens zwei habe ich auch schon einmal irgendwo erwähnt.

1. Von der Größe des Geschirrs hängt ab, wie groß die Portionen sind, die gegessen werden, bis die Leute satt sind. Kleinere Teller = kleinere Portionen.
In dem Fall wirkt das Geschirr als Bezugsrahmen. Das ergibt logisch absolut 0 Sinn - 400 Gramm sind 400 Gramm, egal ob sie flach verteilt in einem trogähnlichen Schalenteller sind, oder sich gestapelt auf einem Teller finden, der als Untertasse durchgehen könnte.
Aber Rahmen müssen nichts mit Logik zu tun haben, sie wirken dennoch.

2. Wie viel Geld Kunden für einen Billardtisch ausgeben, hängt davon ab, ob ihnen zuerst die teuren oder zuerst die günstigen Tische gezeigt werden. Teurer zuerst = mehr Geld wird ausgegeben.
In dem Fall wird der zuerst gezeigte Tisch zum Bezugsrahmen, an dem die nachfolgenden Produkte gemessen werden.

3. Ein Produkt der mittleren Preisklasse verkauft sich dann besonders gut, wenn es einerseits flankiert wird von einem besseren, aber deutlich teureren Produkt, und andererseits von einem schlechteren, aber nur unwesentlich billigereren Produkt. Gerade letzteres erhöht die Attraktivität des Produkts deutlich. (Dies macht für Geschäfte deshalb Sinn, weil die Gewinnspanne bei der mittleren Preisklasse meist spürbar höher ist als die bei "fair" bepreisten der niedrigereren Preisklasse.)

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