Dienstag, 1. Oktober 2013

Rahmenspaß mit destruktiven Emotionen I

In dieser Serie will ich einmal kurz umreißen, was bestimmte Emotionen gemeinhin aussagen.

Was meine ich mit "aussagen"? Damit überhaupt eine Emotion entstehen kann, müssen bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Empfindungen wie Angst oder Wut entstehen nicht aus dem "nichts". Allein, dass sie auftreten, spricht für bestimmte Faktoren, die da sein müssen. Aber, und das ist das wichtige, subjektiv da sein müssen. Wir sind hier also wieder bei Rahmen. Diese Faktoren sind aus zwei Gründen interessant: Sie sagen etwas darüber aus, wie diejenige Person ihre Realität konstruiert. Und man kann mit ihnen arbeiten - meist reicht es, einen der Faktoren zu ändern, und die ganze Emotion kollabiert.

Bitte dabei aber auch bedenken: Oft hat man es in der Praxis mit Emotionskonglomeraten zu tun, Gemischen aus verschiedensten Emotionen, die alles verkomplizieren. Und ich gehe von prototypischen Situationen aus. Das sind keine Naturgesetze. Ausnahmesituationen lassen sich jeweils konstruieren.

Nachdem das aus dem Weg ist, fangen wir mit der ersten an:

Furcht

- Zukunftsorientierung. Furcht kann nicht vergangenheitsorieniert sein. Von Ausnahmefällen abgesehen auch nicht gegenwartsorientiert. (Ausnahme: Akute Panik. Die meisten Menschen schalten in solchen Situationen aber auf Autopilot.)
- Ein Ereignis wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erwartet.
- Das Ereignis wird als negativ betrachtet.
- Die eigenen Bewältigungskompetenzen werden als nicht sicher ausreichend betrachtet.
- Es besteht Hoffnung, das Ereignis zu vermeiden.

All das sind mögliche Ansatzpunkte, zum Beispiel für Ressourcenaktivierung, Reframing, Verhaltensmodifikationen, und so weiter.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen