Sonntag, 6. Oktober 2013

Rahmenspaß mit destruktiven Emotionen III

Und immer noch gilt, was ich im ersten Teil schrieb!

Hass

Hass ist eine seltsame Emotion. Hochgradig destruktiv. Mit den meisten anderen Emotionen kann man irgendwie arbeiten. Dort sehe ich hier und da auch ethische Anwendungen (ich habe mal jemanden vom Selbstmord abgehalten, indem ich ihn schlicht und ergreifend stinkwütend gemacht habe). Hass jedoch? Hier sehe ich einerseits keine Anwendung, die auch nur in irgendeiner Weise ethisch vertretbar wäre. Andererseits ist hier die Auflösung wesentlich schwerer als bei anderen Emotionen.

Zunächst will ich Hass einmal abgrenzen. Oft werden hier Vorurteile mit ins Spiel gebracht. Das ist jedoch nicht wirklich der Fall. Vorurteile sind kognitive (also gedankliche) Konstrukte. Hass ist eine Emotion. Die können aufs selbe Ziel gerichtet sein.

Aber erst einmal wieder die Rahmenbedingungen für Hass:
- Entstanden durch fortwährende Furcht- oder Wutereignisse
- Vergangenheits- und zukunftsorientiert
- Ziel: Vernichtung des gehassten Ziels

Zentral für Hass sind fortwährende negative Ereignisse. Das können Furcht- oder Wutereignisse (und natürlich auch beides) sein. Das ist die Vergangenheitsorientierung. Die Zukunftsorientierung beruht auf der Intentionsrichtung der Emotion.

Wie nun damit arbeiten, um Hass loszuwerden? Erstmal haben die Furcht- bzw. Wutereignisse dieselben Ansatzpunkte wie sie schon beschrieben worden sind in den vergangenen beiden Teilen. Eine Möglichkeit besteht darin, jene aufzulösen. Die nächste ist, das Ziel (ziemlich radikal) zu reframen. Ich erinnere mich da an die Aussage eines Mönchs aus Kambodscha - "wenn ich die Roten Khmer hassen würde, wäre mein Geist noch immer in deren Todeslagern". Geht in Richtung Vergebung - andererseits kann man hier natürlich auch gut wiederum Ärger auslösen, im Sinne von die Ketten zur Vergangenheit aufzeigen.

Einfach ist das jedoch nicht. Hass ist überaus destruktiv - sowohl für den Hassenden, als auch für den Gehassten (zumindest, sollte der Hassende die Möglichkeit bekommen, seinen Hass auszuleben). Entsprechend halte ich es auch für ethisch absolut verwerflich, in irgendeiner Weise Hass zu erzeugen.

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