Samstag, 5. Oktober 2013

Ziel der Kritik?

Ein Punkt, der immer mal wieder gerne ignoriert wird, ist, dass Kritik konstruktiv sein sollte. Im Sinne von, was willst du mit der Kritik erreichen? Einen bestimmten Umstand, Verhalten, wie auch immer abstellen ist nicht konstruktiv - wichtig ist, was stattdessen da sein soll. Nur so lässt sich verhindern, dass Kritik (furchtbar) nach hinten los geht.

Mich erinnert das an mein Studium. Wir hatten da einige recht klagewütige Kommilitonen. Mit interessanten Ergebnissen.
So wurde das Multiple-Choice-Format der Klausuren angegangen. Erfolgreich. Es gab nun keine Wahlaufgaben mehr, da jene dem Studiengang untersagt worden sind. Keine Doppeldeutigkeiten, keine sprachlichen Fallen mehr, toll! Oder? Nun ja. Die neuen Frageformate waren rechtlich gesehen viel sicherer. Aber die Ergebnisse waren anders. Gab es vorher einen Deckeneffekt (i.e. sehr viele sehr gute Noten), gab es danach... ich möchte es so formulieren: Bei einer Kohorte von 160 Studierenden schafften die Allgemeine II-Prüfung, in der ich mit schrieb, sagenhafte 7 Studierende.
Oder Studiengebühren. Ich bin ein absoluter Gegner von Studiengebühren, aber das soll nicht das Thema sein. Jedenfalls hatte damals meine Universität noch ein halbwegs den Studierenden entgegenkommendes Modell eingeführt. Dagegen wurde geklagt. Erfolgreich. Ergebnis: Die Studiengebühren verdreieinhalbfachten sich.
Und was bei der Vergabe von den Diplomarbeiten abging, war noch so ein Thema für sich. Konnte vorher getrickst werden, konnte es danach passieren, dass man in ärgste Zeitnot geriet oder sogar ganz große Probleme bekam. Die Daten für meine Arbeit bekam ich erst Tage vor dem Abgabedatum vom Labor. Seither habe ich immerhin Geschmack an Cappuccino gefunden.

Was haben all diese Fälle gemeinsam? Man sollte über die Konsequenzen seiner Handlungen nachdenken. Hinter all jenen der obigen Entscheidungen steckten positive Intentionen. Nur das Gegenteil von "gut gemacht" kann nun leider manchmal auch "gut gemeint" sein.

1 Kommentar:

  1. BonMot meines Vaters:
    Was ist oft übler als der übelste Vorsatz?

    -> "Gut gemeint"
    :o)

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