Donnerstag, 21. November 2013

Wie wirkt Werbung II

Kurz ein wenig Selbstreflexion: Ich schreibe hier zusammen, was mir gerade so durch den Sinn geht. Strukturiert und geplant vorgehen muss ich anderswo. So kommt es zu dieser Aktion. Damals habe ich den Blog mit dem ersten geplanten Beitrag einer Reihe darüber gestartet, wie Werbung wirkt. Damals die Falscheinordnung von Produkten. Heute, beinahe ein Jahr später, kommt Teil 2.

Reden wir über Bedürfnisse. Informationen allgemein können neue Bedürfnisse erzeugen - nicht direkt Motive, sondern indem Motive angesprochen werden, und neue Wege diese Motive zu befriedigen, neue Auswahl- und Verhaltensweisen erzeugen. Das ganze ist erst einmal wertneutral.

Nehmen wir zwei konkrete Beispiele, die sich auf dieselben Grundmotive (körperliche Unversehrtheit und Schutz von Angehörigen) beziehen.

Positives Beispiel, Sicherheitstechnik beim Auto. Vor vierzig Jahren kein (großes) Thema. Im Laufe der Jahre immer mehr Vermarktung und Werbedruck in diese Richtung. Standards wurden etabliert, auch der Gesetzgeber zog (zum Teil) mit. Folge: Trotz erheblich zugenommener Verkehrsdichte, trotz eines (immer wieder dagegen angeführten) möglicherweise trügerischen Sicherheitsempfinden, gibt es heute nur noch 1/5 der Verkehrstoten wie in den Siebzigern in Deutschland. In Ländern, bei denen Sicherheit nicht vermarktet und entsprechend nicht nachgefragt wurden, war der Rückgang leider schwächer (es gab auch da positive Veränderungen, alleine schon durch bessere Karosseriebauweisen. Nur Zusatzausstattungen, die auch Leben retten, finden sich dort deutlich seltener in Fahrzeugen).

Negatives Beispiel, hier verweise ich auf meinen Beitrag von gestern. Die Lebensumwelt von Kindern antiseptisch zu gestalten ist eine sehr diskussionswürdige Idee - zugleich stellt die Vermarktung mancher Desinfektionsmittel dies als Idealzustand und alles andere als verantwortungslos dar (sich die Rahmen dieser Werbemaßnahmen zu betrachten ist durchaus interessant).

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