Montag, 23. Dezember 2013

Schoko-Weihnachtskalender und Motivation

Manche Sätze, Situationen sind absolut unbedeutend - und doch, so geht es zumindest mir, erinnert man sich noch Jahre, Jahrzehnte später daran. Ich musste heute an eine Bemerkung aus meinen Grundschultagen denken. Da meinte ein anderes Kind beiläufig Anfang Dezember, bezogen auf diese Schokoladen-Weihnachtskalender: "Ich habe bei meinem sofort alle Türen aufgemacht und gegessen."

Nicht im Sinne des Erfinders. Sicher, rein aus kognitionspsychologischer Sicht, Stichwort Problemlösen, könnte man sagen: Problem gut erkannt und gelöst, denn warum sich an Regeln halten, die keine Bedeutung haben?

Im Falle des Schoko-Adventskalenders stimmt das auch. Problematisch wird so eine hier gezeigte Tendenz, sofort alles haben zu wollen, wenn es um größere Probleme geht. Sei es, sich eine neue Fähigkeit anzueignen - das geht nicht über Nacht. Sei es, aus welchen Gründen auch immer, seinen Körper besser in Form zu bringen (egal ob Gewichtsabnahme, Muskelaufbau, was auch immer). Sei es, längerfristige Projekte zu verwirklichen. Im Sprichwort "Rom wurde nicht an einem Tag erbaut" steckt viel Wahrheit.

Umgekehrt kann so ein Schoko-Adventskalender durchaus Anregungen geben, wie sich aus motivationaler Sicht größere Vorhaben leichter umsetzen lassen. Nämlich, wenn es währenddessen schon kleine Belohnungen gibt. Nehmen wir Fähigkeiten, beispielsweise ein Instrument zu lernen, sich auch über die kleinen Schritte - und sei es nur die erste richtig gespielte Tonleiter - freuen. Sich auch während längerfristiger Projekte etwas Gutes gönnen; die Idee, "ich bin im Stress, also darf ich mir keinen Ausgleich gönnen" ist ein Garant für affektive Tiefflüge.

So oder so, morgen wird das letzte Türchen des Adventskalenders geöffnet, falls einer da ist. Manchmal kann man in großen wie in kleinen Schritten sein Ziel erreichen.

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