Dienstag, 14. Januar 2014

Motivinteraktionen

Eine Anmerkung aus meinem letzten Seminar. Wörtlich kriege ich es nicht mehr zusammen, daher einfach mal zusammengefasst.

Motive interagieren miteinander - heißt die Ausprägung eines Motivs wird durch andere Motive mit beeinflusst. Im Seminar war das Beispiel "Rache" (nach Reiss):
- Ob Grenzüberschreitungen in bestimmten Kontexten überhaupt Wut / Rachegedanken auslösen, hängt davon ab, wie viel Wert die Person jenen Kontexten zuschreibt. Beispielsweise Verletzung von gesellschaftlichen Normen ziehen nur, wenn jene für die Person wichtig sind. Statusherabsetzungen, wenn jener für die Person wichtig ist. Einschränkung von Freiheiten, wenn die Person nach Unabhängigkeit strebt, und so weiter.
- Das Ausmaß der angestrebten Rache kann zum Beispiel durch so etwas wie die Wichtigkeit von sozialer Anerkennung bestimmt sein. Ob überhaupt eine Rache angestrebt wird, und wenn ja, in welcher Höhe. Sofern die soziale Anerkennung der Person wichtig ist. Ist sie es nicht, ist es hingegen eher wenig berechenbar.
- Auch auf Aspekte wie Versöhnung wirkt sich das auch. Eine sehr harmoniebedürftige Person wird tendenziell eher weniger destruktive Rache suchen und eher die andere Person schlicht aus ihrem Leben streichen; gleichwohl ist es von so einer Person viel schwieriger, eine zweite Chance zu bekommen.

Aufgrund solcher Interaktionen behaupte ich, dass man recht schnell die Motivationsstruktur einer Person erschließen kann. Denn die Ausprägungen vieler Motive beeinflussen sich gegenseitig.

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