Montag, 13. Januar 2014

Spaß mit Aufmerksamkeit und Interpretationen

Es gibt da einen kleinen Partytrick - den man in ganz unterschiedliche Rahmen setzen kann. Entweder im Sinne von "Aufmerksamkeit formt Wirklichkeit" (was in diesem Fall sogar stimmt, wenn auch anders als angenommen), im Sinne von "Was ich als *X* alles erkenne" (X = Psychologe oder was auch immer), im Sinne von "ich kann die Zukunft voraussagen", und viel mehr.

Der Trick ist einfach: Man nehme vier Gegenstände, präsentiere sie einer anderen Person. Schreibe einen der Gegenstände auf einen Blatt (aber nicht die andere Person das Blatt lesen lassen), gebe den Zettel weg. Nun lässt man sich zuerst zwei Gegenstände geben - ist der aufgeschriebene Gegenstand dabei, bleiben die im Spiel. Falls nicht, lege man sie weg. Nun lasse man von den verbliebenen beiden Gegenständen einen auswählen und richte dann die Aufmerksamkeit auf den aufgeschriebenen Gegenstand ("du willst also X haben?" / "du willst also, dass ich Y bekomme?"). Der Trick funktioniert, weil man vorher nicht die Regeln nennt.

Interessant war gestern auf einem Seminar, wie der Trick interpretiert wurde. Von "reiner Zufall" über "Suggestion durch andere Betonung" bis hin zu "subliminalen Gesten" war alles dabei.

Die fehlende Regelerklärung, wodurch ich den aufgeschriebenen Gegenstand immer sowohl im Spiel halten konnte, als auch am Ende herausstellen konnte, darauf musste ich erst hinweisen.

Manchmal liegt die Magie wohl doch nicht da, wo sie vermutet wird.

1 Kommentar:

  1. Ein kleine Kostprobe aus der Psychologie gefüllten Mentalmagie, dessen Wirkung
    erheblich von der Präsentation abhängt; Aber dass das "wie" manchmal wichtiger als das "was" sein kann (Stichwort Vortrag), ist Dir ja, wie ich an anderer Stelle hier mal lesen durfte, schon bekannt ;)

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