Mittwoch, 15. Januar 2014

Und was wollen Emotionen eigentlich?

Und wieder einmal kannibalisiere ich mein Seminar! In dessen Verlauf kam die Anmerkung auf, dass in einem (vom Teilnehmer nicht näher genannten) pseudowissenschaftlichen Bereich Emotionen als Hinweis auf irgendeine Art Unwohlsein sein - und jener gelindert würde, wenn man sich darauf konzentriert.

Macht mir Bauchschmerzen. Hauptsächlich, weil es sehr grob ist. Erinnert an Hull - wobei da eher Mängel als Ursache gesehen wurden.

Die Aussage ist per se gar nicht einmal falsch. Nur aus einem etwas tiefer gehenden Grund. Wie in meiner "Rahmenspaß"-Reihe aufgeführt, haben Emotionen einen evolutionären Zweck, eine Funktion. Sie sind eine Art Signalsystem uralter Hirnregionen. Horcht man in Emotionen hinein, bekommt man deren Nachricht mit.

Sowohl Nachricht als auch Emotion selbst müssen nicht mehr funktional sein. Gerade im Furcht- und Stressbereich sind sie es oft nicht mehr. Betonung liegt hier auf dem "mehr" - unsere Art auf die Umwelt zu reagieren, auch mit Emotionen, beruht auf Jahrmillionen der Evolution. Wo entsprechend sehr alte Hirnregionen beteiligt sind - aus dem Grund kann man sich auch nicht einfach sagen "ich will jetzt glücklich sein, also bin ich glücklich!"; was durchaus durch einige mentale Techniken möglich ist, aber nicht durch einfache Entscheidungen des Verstands.

Unter dem Gesichtspunkt Emotionen zu ignorieren, ist wie einen losgehenden Rauchmelder zu ignorieren. Irgendwann kriegt man Kopfschmerzen, selbst wenn es nur ein Fehlalarm ist.
Und falls nicht, bekommt man eine wichtige Information. Aber auch nur, wenn man nicht rationalisiert - "das Geräusch da kommt nur daher, weil ich heute zu lange gearbeitet habe!"

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