Dienstag, 4. Februar 2014

Das Problem mit Problemen II

Eine Sache, die Ärzte machen, und Psychologen auch - zumindest machen sollten, ist Fragen stellen. Fragen, um überhaupt das Problem einzugrenzen. Nachzuforschen. Denn das Problem an Problemen kann sein, dass das Problem gar nicht das Problem ist.

Beispielsweise Prokrastination (lies: Aufschiebeverhalten). Prokrastination ist ein Symptom, kein Problem - ansonsten würde derjenige auch das Prokrastinieren prokrastinieren (also das Aufschieben aufschieben). Da stecken eher Fragen der Motivation und Zielprioritätensetzung hinter.

Heute hatte ich dazu ein wunderbares Beispiel, was so gar nicht psychologisch ist. Das Kofferraumschloss meines Autos funktionierte nicht mehr. Das ist leider eines, was nur über die Zentralverriegelung angesprochen werden kann. Da ein permanent offener Kofferraum (vorsichtig formuliert) doof ist, habe ich die Werkstätten der Umgebung abgeklappert. Immer wollte sofort der ganze Motor und co ausgetauscht werden - Kostenpunkt dreistellig. Da demnächst eh der TÜV ansteht, wollte ich das nicht so wirklich investieren. Also selbst dran gesetzt, um den Kofferraum irgendwie selbst zu verriegeln, auch wenn er dann nicht mehr aufgegangen wäre.
Dabei festgestellt: Ein (ziemlich verstecktes) Kabel ist lose. Kabel wieder notdürftig befestigt, Problem zumindest zeitweise gelöst

Was hat das nun mit Psychologie zu tun? Man muss erst einmal herausfinden, was das Problem ist (und nicht nur das Symptom), weshalb es ein Problem ist, wann es auftritt - und das geht durch die richtigen Fragen ziemlich gut. Man muss sie nur stellen.

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