Donnerstag, 13. Februar 2014

Ein paar ausgewählte Rahmen aus dem Werkzeugkasten I

Man kann eine Menge Spaß mit Rahmen haben. Ich habe dazu auch schon eine ganze Menge geschrieben. Was ich die kommenden Tage machen möchte, ist einmal eine kleine Auswahl zur Hand geben. Perspektivwechsel, die nützlich sein können.

Die Grundidee - ob man es nun Reframing, Perspektivwechsel, oder wie auch immer nennen mag - dahinter ist, den Blickwinkel auf einen bestimmten Umstand zu verändern. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass die Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet wird, woraus sie bisher nicht lag. Oder, indem blinde Flecke aufgezeigt werden. Oder, indem eine andere Brille angeboten wird, durch welche jener Umstand betrachtet wird. Oder, oder, oder.

Das werden lediglich Schablonen sein. Beispiele. Manche mögen trivial erscheinen - und in gewisser Weise stimmt das auch, sind sie doch eigentlich ganz einfach - doch können sie im richtigen Kontext trotzdem oder gerade deswegen unglaublich nützlich sein.

Bevor ich jedoch (in späteren Beiträgen) in die Details gehe, möchte ich noch ein paar Kleinigkeiten loswerden.

Erstens: Alleinstehende Informationen ergeben keinen Sinn. Das ist letztendlich der Grund, warum Rahmen funktionieren. Wir brauchen Kontextinformationen, um anhand derer etwas zu verstehen. Diese Kontextinformationen sind in aller Regel implizit. Ein "Weckerklingeln" ergibt nur Sinn, wenn man über Konzepte wie Uhren, Zeitmessung, (angenommene) Notwendigkeit eines früher als natürlichen Aufstehens und sehr viel mehr verfügt. Klingt trivial. Meine Herausforderung: Gehe in irgendeine Universitätsvorlesung eines höheren Fachsemesters eines Fachs, das du nicht studierst. Sofern du nicht gerade ein absolutes Orchideenfach erwischst, wird die Vorlesung vermutlich nur wenig Sinn ergeben. Nicht, weil sie notwendigerweise so schwer ist - sondern, weil zu viele Konzepte aus vorhergehenden Vorlesungen zum Verständnis fehlen. In dem Fall rast man nämlich in alleinstehende Informationen.
Gleiches gilt dafür, wie wir Situationen in unserem täglichen Leben interpretieren. Sowohl jene, die wir beobachten. Als auch jene, die uns selbst widerfahren. Die Interpretation hängt extrem stark vom Kontext ab. Nur ist niemals der ganze Kontext überhaupt im Geiste präsent - sondern nur eine Auswahl davon. Selbst das, was präsent ist, muss nicht einmal real sein. Die physische Realität ist eine Sache. Interpretationen, Emotionen, Rationalisierungen, all das ist in gewisser Weise nicht real.

Zweitens: Rahmenumdeutungen finden ohnehin statt. Die Frage ist nur, ob dies funktional ist. Und damit auch, welche Absicht verfolgt wird. Hier kommen so Fragen wie Integrität ins Spiel. "Werkzeugkasten" trifft, finde ich, ziemlich gut. Die Rahmen, die ich besprechen mag, sind Werkzeuge. Nicht mehr, nicht weniger.

Drittens: Die Masse macht es. Man versucht nicht eine Rahmenumdeutung, und wenn das Gegenüber nickt, denkt man "Super! Niemand bewegt sich! Hauptsache es bleibt so!"; ebenso sucht man nicht nach dem ultimativen Reframing. Stattdessen wirft man so lange mit Nudeln umher, bis genug hängen bleiben.

Viertens: Man bleibt nicht an einem Punkt stehen. Wo immer man durch eine Rahmenumdeutung landet, ist der neue Ausgangspunkt, sofern die Umdeutung angenommen wird.

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