Samstag, 22. Februar 2014

Ein paar ausgewählte Rahmen aus dem Werkzeugkasten III

Es gibt eine zweite große Überkategorie, beziehungsweise Klassiker.

Bedeutung

Ist das Glas halb voll, oder halb leer? Das ist so ziemlich der Klassiker, wie derselbe Sachverhalt anders betrachtet werden kann. Auch so etwas, was ich hier ("Über Umwege") gemacht habe, ist letztendlich eine Änderung der Betrachtungsweise.

Bedeutungsrahmenumdeutungen beruhen auf zwei Begebenheiten unseres Lebens.

Erstens, es gibt keine "reinen" Ereignisse oder Begebenheiten. Und selbst wenn es sie gäbe, liegt in ihnen doch so etwas wie der Samen vom Gegenteil. Redewendungen wie "Licht am Ende des Tunnels" sind ziemlich bekannt. Im Sinne von, auch negative Episoden gehen vorbei. Und zudem nimmt man noch Erfahrungen, Lehren, wie auch immer daraus mit. Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, da gab es definitiv Ereignisse, auf die ich verdammt gern verzichtet hätte - jedoch nicht auf das, was ich durch sie gelernt habe.

Das gleiche Prinzip nun gilt auch für positive Erlebnisse. Wie das? Was ich schon mehrfach mitangesehen habe: Jemand lebt mit einer gewissen Lebensqualität. Dann steigt diese. Super! Irgendwann nun fällt sie wieder auf die vorige Qualität hinab. Da ist dann nicht mehr dieselbe Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, wie sie vorher da war.
Tatsächlich greift sogar der Buddhismus dies auf. Eine der Ursachen für Leid? Festhaltenwollen an freudigen Momenten, denn jene ist genauso flüchtig wie alle anderen. Die Frage ist nicht, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Es wird sich leeren, es wird sich füllen; was es nicht wird, ist so zu bleiben, wie es ist.

Dies ist die erste Art, wie Bedeutungsrahmenumdeutungen wirken können. Indem sie die Aufmerksamkeit auf jene anderen, möglicherweise ignorierten Aspekte legen. Aufzeigen, was gut in einer scheinbar schlechten Situation ist. (So etwas kann auch nach hinten losgehen, Stichwort Sekundärnutzen von Störungen.)

Zweitens, viele Informationen in unserer Umwelt sind tatsächlich ambivalent. Wir glauben, dass wir wissen, was jene bedeuten - und wissen es doch nicht. Nicht gänzlich, gar nicht, wie auch immer. Das kann im ganz Kleinen so Fragen sein, was hinter einem bestimmten Gesichtsausdruck oder Verhalten steckt. Da werden ganz oft Annahmen aufgestellt, die auf sehr tönernen Füßen stehen.
Oder auch bei Ereignissen. Nehmen wir ein Beispiel vom letzten Jahr, die NSA-Abhörenthüllungen und die recht gewagte Aussage des damaligen Innenministers, die Affäre sei beendet. War sie dann doch nicht. Warum? Unvollständige Informationen.

Der Punkt nun ist, wir werden niemals vollständige Informationen haben. Das geht schon nicht auf der kleinsten Ebene der Naturwissenschaften (Heisenberg lässt grüßen). Im täglichen Leben? Unmöglich. Und selbst wenn wir jene Informationen wie durch ein Wunder doch alle hätten, so fehlen uns die geistigen Kapazitäten, damit umzugehen. Bringt man nun weitere Informationen ein, oder bietet man alternative Interpretationen an, die angenommen werden, verändert sich auch die Bewertung der Realität. So etwas wie das hier wäre ein Beispiel dafür.

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