Dienstag, 4. März 2014

Ein paar ausgewählte Rahmen aus dem Werkzeugkasten IV

Wenn man sich mit Rahmen beschäftigt, trifft man überall auf die zwei Klassiker "Bedeutung" und "Kontext". Als ich über meine Liste an spezielleren Konstruktionen durchging, fiel mir auf, dass da eigentlich noch ein dritter Rahmen zugehört, auf den verschiedene weitere aufbauen.

Konsequenz

Auch wenn ich immer gern darauf hinweise, dass Rahmen von uns sowieso gesetzt werden, und als Werkzeuge neutral zu betrachten sind. Nun. Manche Rahmen sind grauer als andere. Und der Konsequenzrahmen ist oft sehr grau.

Im Grunde geht es bei ihm um Motivation - indem auf mehr oder weniger unbetrachtete Folgen hingewiesen werden. Positive Folgen, wenn zu etwas motiviert werden soll. Negative, wenn von etwas abgehalten werden soll.

Damit das klappt, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:
- Die Konsequenz muss augenscheinlich Sinn ergeben. Heißt es muss logisch klingen, dass sich X aus Y ergeben wird. Das ganze muss weder stimmen, noch explizit so ausgedrückt sein, Implikationen reichen hier.
- Die Konsequenz muss mit einer ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreffen.
- Die Person muss in die richtige Zeit orientiert sein. Wie in meiner Reihe über Realitäten erklärt, werden Kosten und Nutzen unterschiedlich beurteilt, je nachdem ob eine Person gerade in die Gegenwart oder Zukunft (oder Vergangenheit) orientiert ist.

Kommt das irgendwie bekannt vor? Sollte es. Angst z.B. funktioniert so. Auch in Werbung werden oft Konsequenzrahmen konstruiert - kaufe das, und dies verbessert sich in deinem Leben! (Und wir wissen, wie, hm, 'oft' das stimmt.)

Tatsächlich sind falsche Konsequenzrahmen oft die Ursache für Probleme - indem einerseits sehr wahrscheinliche Zusammenhänge nicht betrachtet werden, dafür aber falsche bzw. dysfunktionale angenommen werden. Darauf hinzuweisen kann da schon helfen.

Umgekehrt sind sie jedoch, wie erwähnt, im Bereich der Motivation extrem hilfreich. Wichtig ist hier Integrität - und die Bereitschaft, den langen Weg zu gehen. Mit positiven Emotionen zu arbeiten, auch wenn es länger dauert - und nicht, wie es leider nur allzu häufig der Fall ist, mit negativen. Oder auch Zusammenhänge komplexer zu beleuchten, als es im Alltag oft der Fall ist.

Konkretes Beispiel: Nach 9/11 haben viele US-Amerikaner Flugzeuge für Inlandsflüge gemieden und sind lieber mit dem Auto gefahren. Warum? Weil sie Angst davor hatten, auch in eine Flugzeugkaperung zu geraten. Dummerweise gab es Infolgedessen circa 1800 Tote im Straßenverkehr mehr. Hier wurden die Konsequenzen, in dem Fall die Gefahren der Verkehrsmittel, nur unzureichend miteinander abgewogen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen