Montag, 31. März 2014

Ein paar ausgewählte Rahmen aus dem Werkzeugkasten VIII

Der nächste Rahmen ist wunderbar simpel - eigentlich eine Reinform des Kontextrahmens, aber zu schön, um ihn nicht speziell zu erwähnen.

Das große Bild

Die Grundidee ist hier immer, den Blick zu erweitern. Sagen wir, eine Person hat ein bestimmtes Problem, das an ihr nagt - dann kann aufgezeigt werden, was im Leben der Person alles gut läuft. Wunderbar palliativ. Oder alternativ aufzeigen, dass im Lauf der Welt das Problem nicht einmal ein Sandkorn am Strand ist.

So etwas habe ich am Ende meines Studiums getan. Da wusste ich nicht, ob ich es schaffe - es lief eine ganze Menge schief (sowohl privat als auch im Rahmen der Diplomarbeit, aber das ist eine Geschichte für sich), und als ich da eines Abends mit dem Bus fuhr, wurde mir klar, dass mein Schicksal eigentlich überhaupt niemanden interessiert. Niemanden im Bus, kaum wen in der Stadt, und auch sonst auf der Welt bestenfalls eine Handvoll Leute. Es war insofern egal, wie die Geschichte ausgehen würde - half mir, einen klaren Kopf zu bekommen und so alles, was damals alles plötzlich aufsprang, ganz "Whack-A-Mole"-mäßig zu lösen. Ein Problem nach dem nächsten.

Es gibt noch eine weniger schöne, manchmal jedoch notwendige Anwendung. Wenn jemand ein sehr dysfunktionales Verhalten, Eigenheit, wie auch immer (z.B. bei der generalisierten Angststörung), und nur in Bezug auf einen winzigen Aspekt davon Hilfe mag. Normalerweise bin ich ein Vertreter von "sich um das kümmern, weshalb der Klient einen anspricht" (egal in welchem Kontext) - nur wenn das angesprochene Symptom Teil eines größeren Problems ist, muss man manchmal auch das größere Problem bearbeiten. Und dann kann es helfen, auch mal da das größere Bild zu zeigen.


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