Samstag, 29. März 2014

Rahmen einmal komplett wörtlich

Zu den Hobbies in meiner Jugend gehörte Tae Kwon Do. Dazu gehört auch das Durchschlagen von unterschiedlich dicken Holzbrettern - bis zu vier Zentimeter. Um das zu schaffen sind zwei Aspekte wichtig. Erstens die richtige Technik, beispielsweise bilden beim Schlag die Hand- und Armknochen eine Linie. Tun sie das nicht, knickt die Hand weg und es tut aua.
Zweitens wie das Brett gehalten wird. Es darf nicht nachgeben, denn tut es das, geht die Kraft aus dem Schlag darüber verloren. Möglicherweise bricht das Brett dennoch, wenn es nur wenig nachgibt. Möglicherweise geht zu viel Energie verloren. Kommt auf die Situation an - was ich nur aus eigener Erfahrung sagen kann, sobald der Halt des Brettes nur ein wenig nachgibt, wird die ganze Aktion viel schwerer.

Wie komme ich darauf? In einer Infotainmentsendung, die sich mit Alltagsmythen beschäftigt, wurde die Demonstration von Shaolinmönchen untersucht, eine Nadel durch eine Glasscheibe zu werfen. Ich weiß ausdrücklich nicht, ob dabei ein Trick verwendet wird. Was mir aber bei der Untersuchung auffiel, war, dass das Glas nur von einer Seite (per Schraubstock) gehalten wurde - und im Laufe der Versuche in der Sendung ganz schön vibrierte, schließlich gar ob der Vibrationen brach, aber kein Loch wie bei den Mönchen geschafft werden konnte.

Hat mich jetzt nicht so überrascht. Ein nur von einer Seite gehaltenes Brett sorgt auch eher für Handschmerzen als für eine gelungene Demonstration. Rahmen einmal wörtlich - der Kontext beeinflusst das Ergebnis.

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