Mittwoch, 23. April 2014

Rahmenwerkzeugkasten - Rückblick und Beispiele

Im Lauf der vergangenen Wochen habe ich eine Reihe von vorgefertigten Rahmen vorgestellt - insgesamt 14 verschiedene. Hier und da fanden sich jene auch schon in anderen Beiträgen wieder, die ich geschrieben habe. Oftmals aber nicht so ideal, wie man sie in einem Gespräch verwenden würde. So etwas wie Verhalten vs. Intention zu konstruieren, wenn man die Intention nicht kennt, ist (vorsichtig formuliert) schwierig.

Hier einmal die Beispiele, welche mir einfallen. Absolut nicht vollständig.
  • Kontext: [Übertriebene?] (Psycho-)Hygiene (beschäftigt sich damit, wie ein nachvollziehbarer Wunsch je nach Kontext und Ausprägung sinnvoll oder nicht sinnvoll sein kann.)
  • Bedeutung: "Ich habe keine Zeit dafür!" (andere Interpretation dieser Aussage)
  • Konsequenz:  Ziel der Kritik (der Beitrag handelt davon, welche Folgen destruktives Vorgehen haben kann)
  • Verhalten vs. Intention: Ungeselligkeit - Schüchternheit - Introversion? (dieser Rahmen lässt sich nicht wirklich ohne Gegenüber demonstrieren - mit der Mechanik dahinter beschäftigt sich dagegen dieser Beitrag)
  • Themenwechsel: Was wollen Emotionen eigentlich? (Hier wird, statt die Frage direkt zu beantworten, erst einmal ein anderes, aber damit verbundenes, Thema angeschnitten. Erst dann auf die ursprüngliche Frage zurückgegangen.)
  • Doppelstandards: Welchen Wert hat ein Menschenleben in den USA? (Aufzählung, welche Aufwendungen zum Schutz von Menschenleben durch bestimmte Bedrohungen unternommen werden.)
  • Das große Bild: Wie schnell bin ich gerade? (bei der Frage immer weiter herausgezoomt - von der Erdoberfläche bis zum Universum und darüber hinaus.)
  • Der Blick hinter die Kulissen: Spaß mit Aufmerksamkeit und Interpretationen (ein sehr mildes Beispiel)
  • Quellenumdeutung: Milgrams Frosch (weitere demonstrierte Phänomene auf Milgrams Klassiker attribuiert)
  • Realitätsstrategie: Das Problem mit Problemen (kein wirkliches Beispiel, beschäftigt sich aber mit den Ideen hinter diesem Rahmen)
  • Übertreibung: Altrömischer Buchstabensalat (den Wunsch nach Informationsreduktion der Sprache begegnet mit historischem Beispiel einer deutlich informationsärmeren Sprache)
  • Redefinition: Das tyrannische Prinzip (es ist per se erst einmal eine Vorgehensweise. Der wird eine negative Bedeutung beigemessen - und dies weitergesponnen.)
  • Allegorien und co: Damals vs. Heute | Biologie vs. Kultur (das ist ein strukturelles Gleichnis, mit dem - wenn es akzeptiert wird - gleich ganze Gedankenrichtungen geblockt werden. Ich benutze ständig Allegorien und co, Stichwort zuletzt 'Tanzende Berge und Ostern' daher habe ich einmal ein etwas ungewöhnlicheres Beispiel herausgesucht)
  • Feuer mit Feuer bekämpfen: Geldwert (kein wirkliches gutes Beispiel, aber der Rahmen ist auch schwierig zu demonstrieren. Hier findet sich das Element darin, dass die Maßnahme, die eigentlich zu mehr Verkäufen führen sollte, zu einer Wertminderung des Produkts führte - was wiederum zum Ende jener Maßnahmen führte)
Ein lustiges Detail dabei ist, ich habe bei keiner Formulierung dieser Beiträge darüber irgendwie nachgedacht. Entsprechende Rahmen zu benutzen geht einem in Fleisch und Blut über, wenn man sich ein wenig darin übt. Und darin liegt auch ein großes Potential - weil man nicht groß darüber nachdenken muss, wie man jetzt mit einer Situation umgehen sollte, sondern sie direkt in mehreren Blickwinkeln sieht. Und so möglicherweise Lösungen entdeckt, die nicht sofort offensichtlich sind.

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