Samstag, 10. Mai 2014

Unsere "Brillen" und Interpretationen

Ich mag Zaubertricks. Finde ich faszinierend. Für mich sind viele ein wunderbares praktisches Beispiel für Wahrnehmungspsychologie und Spiele mit der Aufmerksamkeit des Publikums. Mit einem anderen Hintergrund würde man jene vielleicht anders sehen - zum Beispiel aus technischer Sicht, wie bestimmte Hilfsmittel (und sei es nur so ein Stereotyp wie ein Kasten zum "Zerschneiden" der Assistentin) funktionieren. Andere wird vielleicht der Show-Charakter und dessen gesellschaftliche oder historische Bedeutung interessieren. Wieder andere sich möglicherweise gar darüber beschweren und gesellschaftliche Schlüsse daraus ziehen, dass zu allermeist Assistentinnen scheinbar zersägt werden.

Folgendes nehme ich mir immer vor bei verschiedenen Veranstaltungen zu sagen, vergesse es dann aber doch: Wir lernen bei jedem Erlebnis. Und wir betrachten jedes Ereignis durch unsere ganz eigene Brille. Jene vergrößert in gewisser Weise bestimmte Informationen, zum Beispiel bin ich bei Zaubertricks sehr gut darin, Spiele mit der Aufmerksamkeit zu erkennen. Genauso blenden wir bestimmte Informationen aus, weil jene nicht unserem Welt- bzw. Wissensbild entsprechen. Wenn zum Beispiel ein Mechaniker auf einen Flugzeugmotor schaut, wird jener viel mehr über dessen Zustand sagen können als ich es könnte.

Unsere ganz eigene Sichtweisen halte ich für einen großen Vorteil. Er erlaubt uns, neue Erkenntnisse überall zu finden. Ebenso mit unseren Kenntnissen und Fähigkeiten neue Perspektiven bei Problemen einzubringen.

Was es dazu nur braucht ist eines, nämlich Toleranz. Toleranz für die Brillen des anderen. Toleranz der Beschränkung des eigenen Blickwinkels gegenüber. Glaubt man, in Besitz der absoluten Wahrheit zu sein, dann... ist die Brille wie mit dem Schädel verschweißt, und wenn sie dann mal nicht passen sollte, oder die Stärke nicht mehr stimmt, könnte das Ergebnis interessant werden.

1 Kommentar:

  1. Dazu fällt mir ein interessantes Buch ein: "Die Tricks unseres Gehirns: Wie die Hirnforschung von den großen Zauberern lernt"
    LG Reader

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