Freitag, 6. Juni 2014

Regen

Es ist Anfang Juni, und zumindest hier, am Tor zum Sauerland, herrscht Aprilwetter. Gestern wechselten sich Sonnenschein, Nieselregen und starke Schauer ab. Dabei hörte ich einen Satz, den ich dauernd höre. "Jetzt ist es schon wieder so trist und grau!"

Meine Heimfahrt trat ich an, als sich gerade der nächste dunkle Wolkenschauer ankündigte. Auf den Straßen flitzten bunte Lichter vorbei - weiße Scheinwerfer, rote Rücklichter. In den Fassaden der Häuser erstrahlten die Fenster. Wie kleine Leuchttürme warfen Ampeln ihre roten und gelben und grünen Lichter durch den Dunst. Ein Dunst, kein wirklicher Nebel, wie man ihn nur bei Regen und kurz danach sieht. Du siehst jedes Licht durch ihn, und in ihm bildet jedes Licht einen Schein, eine Halo, wie winzige Polarlichter. Ihre Farben viel intensiver, als sie es bei Sonnenschein je sein könnten.

Und die Straßen und Wege glänzen! Auf ihnen spiegelt sich alles, was du schon vor und über dir siehst. All die hunderte, tausende kleinen Lichter in unserer Umwelt, von Scheinwerfern, Fenstern, ja sogar Reklametafeln und Anzeigen. Darüber Wolken, in einer Million Schattierungen von Grau, hier und da mit einem rötlichen Teint der Sonne dahinter. Und wenn die Wolken brechen, vielleicht siehst du dann sogar einen Regenbogen.

Heute scheint die Sonne. Ich genieße die kräftigen Farben der Natur, das satte Grün hoher Wiesen, gesprenkelt mit weißen und gelben Blüten. Die wahre Schönheit der Stadt aber, ich finde, jene zeigt sich erst beim Regen. Weil sie dann alles ist, außer trist und grau!

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