Mittwoch, 18. Juni 2014

Und

Ich empfinde es als sehr faszinierend, wie bestimmte Wörter wirken. Über "weil" habe ich schon geschrieben. Ein anderes ganz alltägliches Wort ist "und". "Und" ist eine sprachliche Brücke. Sie rückt Dinge näher beisammen.

Beispiel:
Mein Drucker ist alt und druckt nicht mehr.

Dieser Satz dürfte bei den allermeisten den Eindruck erwecken, mein Drucker drücke nicht mehr, weil er alt ist. Das steht dort jedoch nicht! Vielleicht druckt er nur deshalb nicht, weil die Tintenpatrone leer ist?

"Und" impliziert Zusammenhänge. Die können da sein. Müssen es jedoch nicht. Manchmal handelt es sich auch um so "halbe" Zusammenhänge. Beispielsweise kannst du tief einatmen und dich entspannen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen tiefen Atemzügen und Entspannung, allerdings setzt Entspannung weder tiefe Atemzüge voraus, noch führen tiefe Atemzüge notwendigerweise zur Entspannung. "Atme tief ein. Entspann dich." wirkt schwächer als "Atme tief ein und entspann dich.", obwohl die Information bzw. Anweisung dieselbe ist.

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