Sonntag, 27. Juli 2014

Relativität von Größen

Manchmal sind es die kleinen Skurrilitäten, die wir nicht vergessen. Vor einigen Jahren machte ein Bekannter eine Urlaubsreise nach Vietnam. Woran ich mich noch erinnere, waren die Kartons voller Geld. Abermillionen. Scheine über Scheine. Assoziationen zu Comicfiguren, die in Geld schwimmen, wurden wach. Oder zur Hyperinflation in der Weimarer Republik. Der Grund dafür ist so unspektakulär wie simpel: Die vietnamesische Währung (Dong) hat viel höhere Werte. Damals entsprach ein Euro knapp 25 000 Dong.

Was irgendwie toll ist - wir sind alle Millionäre! Nicht in Euro, aber in Dongs. Die Vietnamesen sind es übrigens auch - soweit mir erzählt worden ist, begannen die kleinsten Scheine im dreistelligen Bereich. Wäre in etwa so, als wären 100€-Scheine unsere 1-Cent-Stücke. Seltsamer Gedanke.

Auch abseits von Währungen sind Größen teils sehr unterschiedlich. Da gibt es diese durchaus problematische Entwicklung von Portionsgrößen, in den USA sind jene immer wieder "hochgesprungen". Bestellt man sich in Deutschland einen mittleren Softdrink, bekommt man in vielen Schnellrestaurants circa 400ml. In den USA in vielen Schnellrestaurants dagegen 32oz - das entspricht pi mal Daumen 950ml.

All das sind Beispiele dafür, dass Informationen ohne weitere Kontextinformationen keinen Sinn ergeben. Zahlen, Begriffe, das sind Symbole. Interessant ist, was sich dahinter verbirgt.

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