Samstag, 26. Juli 2014

Umgang mit Schuldzuweisungen

Ein wenig habe ich dazu bereits geschrieben - siehe hier und hier. Die Frage, die da vielleicht noch im Raum steht, ist: Wie geht man dann damit um, wenn man es mit Schuldzuweisungen zu tun bekommt?

Damit sind nicht nur Schuldzuweisungen gegen die eigene Person gemeint. Genauso fallen darunter auch soziale Geflechte, die gegenseitig das "blame game" spielen. Oder auch jemand, der sich selbst für irgendetwas schuldig fühlt.

Eine gute Möglichkeit dafür findet sich ausgerechnet in der Rechtswissenschaft. Schuldzuweisungen ziehen eigentlich nur, wenn vier Kriterien erfüllt sind. Kann man nachweisen, dass nur eins der Kriterien nicht erfüllt war, wird man (meist) die Anschuldigungen los. (Von einer ganz wichtigen Ausnahme abgesehen.)

Diese vier Kriterien sind:
- Motivation: Warum sollte man X getan haben? Bringt Nicht-X einem nicht mehr? Wäre man nicht dumm, wenn man X tun würde?
- Intention: Hat man die Folgen beabsichtigt? War abzusehen, was die Folgen sein werden? Falls nein, hat man es mit einen Unfall bzw. Versehen zu tun, was die emotionale Komponente entschärft.
- Handlung: Ideal wäre es hier, wenn eine Handlung im Sinne der vorgeworfenen Tat entweder unmöglich war, oder situationsbedingt quasi unvermeidbar. Genauso wichtig, ob überhaupt eine Handlung stattgefunden hat. Gedanken sind für die allermeisten Menschen frei (hier gibt es aber die angekündigte Ausnahme, manche Personen setzen sich für die Verfolgung bzw. Ächtung von Gedankenverbrechen ein).
- Konsequenz: Waren die Konsequenzen nicht so schlimm, wie sie hätten sein können, war also der Fehler korrigierbar? Waren die Konsequenzen absehbar? Hätten alternative Handlungen schlimmere Konsequenzen gehabt?

Warum nun sollte man diese argumentativen Tricks in der Hinterhand haben? So lange Leute das "Blame Game" spielen, egal mit wem oder gegen wen, kann man mit ihnen nur schlecht arbeiten und etwaige Probleme lösen.

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