Montag, 28. Juli 2014

Zielprioritäten

Unser Tag hat nur 24 Stunden. Schlimmer noch, von diesen 24 Stunden verbringen wir einige schlafend, andere mit den notwendigen Erledigungen des Alltags. Im Leben vieler Menschen, mich eingeschlossen, gibt es so viel zu tun, und doch so wenig Zeit! Wie da die ganzen Ziele, die wir erledigen wollen oder erledigen sollen oder erledigen müssen anordnen?

Darüber möchte ich heute ein wenig schreiben. Dies hier sind meine Gedanken zu dem Thema - ich weiß nicht, ob da etwaige Forschung hintersteckt. Ich persönlich beurteile Ziele anhand von zwei Kriterien. Die scheinen ähnlich zu sein, sind es jedoch nicht.

Erste Kriterium: Ist die Aufgabe, das Ziel, wie auch immer, dringend?
Zweite Kriterium: Ist die Aufgabe, das Ziel, wie auch immer, wichtig?

Daraus ergeben sich vier unterschiedliche Arten von Zielen:
- Dringend und wichtig.
- Dringend und unwichtig.
- Nicht dringend und wichtig.
- Nicht dringend und nicht wichtig.

Die Unterscheidung von Dringlichkeit und Wichtigkeit nutze ich deshalb: Nur weil etwas wichtig ist, muss es nicht dringend sein. Nur weil etwas dringend ist, muss es nicht wichtig sein. Tatsächlich ist dies einer der, wenn nicht sogar der Grund, weshalb sich Leute im Beruf- und Privatleben zwischen Zielen verheddern. Früher hatte ich auch Ziele anhand ihrer Dringlichkeit angeordnet, ungefähr so wie da oben. Das ging so lange gut, bis ich mit dem Studium anfing. Damals noch Diplomstudiengang, sehr eigenständiges Lernen. Für eine Klausur in einem Jahr oder später zu lernen erscheint seltsam undringend, wenn gerade so viel sonstiger Stress im Leben stattfindet. Wäre aber eine sehr, sehr schlechte Idee gewesen, nicht rechtzeitig anzufangen.

Als bessere Zielprioritätssetzung empfehle ich, aus eigener Erfahrung heraus:
- Wichtig und dringend: Das sind die Ziele, bei denen schnell gehandelt werden muss, oder es knallt.
- Wichtig und nicht dringend: Das sind Ziele, die langfristig erledigt werden müssen, und nicht unter den Tisch fallen dürfen.
- Nicht wichtig und dringend: Wenn Zeitfenster vorhanden sind, bieten sich diese Ziele an. Sie müssen in absehbarer Zeit erledigt werden, aber werden sie es nicht, hat dies keine allzu negativen Konsequenzen. Daher niedrigere Priorität als die "wichtig, aber nicht dringend"-Ziele. Ich habe schon oft gelebt, wäre auch selbst zum Teil in diese Falle getappt, und hätte die "nicht wichtig und dringend"-Ziele höher eingeordnet, einfach weil sie bedingt durch die Zeitnähe höheren psychischen Druck aufbauen. Das tun die "wichtig, nicht dringend"-Ziele nicht, Stichwort Rahmenspaß zur Angst. Aber die "wichtig, nicht dringend"-Ziele zu verpassen bereitet uns am Ende richtige Probleme, die "nicht wichtig, dringend" hingegen nicht.
- Nicht wichtig und nicht dringend: Diese sollten dann angegangen werden, wenn wirklich nichts anderes anliegt.

Auch so etwas wie Prokrastination ("Aufschieberitis") kann hier drin eine Ursache haben (nicht die einzige, wohlgemerkt): Ich habe doch so einige Leute kennengelernt, die irgendwann sagten, dass sie prokrastinieren - das aber dann, wenn die ursprünglich "wichtig und nicht dringenden" Ziele plötzlich dringend und vielleicht sogar zu knapp geworden sind, weil zuvor die bis dahin immer wieder und wieder anfallenden "dringend, aber nicht wichtig"-Ziele erledigt worden sind.

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