Mittwoch, 19. November 2014

Zwang, äußerer Druck vs. Motivation und innerer Druck

Ich wäre fast versucht gewesen zu schreiben, ich fände es putzig, wenn Leute durch Zwang bzw. Druck versuchen, andere zu motivieren. Leider ist das keine "putzige" Angelegenheit, sondern eine ziemlich problematische.

Aber von Anfang an. Sprechen wir einmal über Druck. Es gibt so einen inneren Druck. Ich bin sicher, so etwas kennst Du auch. Wenn Du Lust hast, etwas zu unternehmen. Das Wetter schön ist, du gut gelaunt bist, und einfach etwas machen willst. Vielleicht vorher schon vor Vorfreude ein wenig kribbelig bist. Du es kaum erwarten kannst, dass es endlich los geht!

Das ist letztendlich der Druck, der durch Motivation genutzt wird. Innerer Druck. In gewisser Weise emotionale Impulse. Dieser innere Druck kann auch völlig in die andere Richtung gehen. Stelle Dir einen langen Arbeitstag vor, an dem Du viel geschafft hast, aber danach auch völlig KO bist. Vielleicht vom vielen Herumlaufen die Beine schwer sind. Da wird ein ruhiger Abend gleich viel attraktiver. So oder so, das ist innerer Druck.

Tatsächlich ist eine der Grundsätze im Bereich sämtlicher Formen des Überzeugens nicht auf das gewünschte Verhalten zuarbeiten, sondern auf einen dafür nützlichen emotionalen Zustand. Denn der Rest kommt dann fast von allein.

Umgekehrt, und da schließt sich der Kreis, wird an vielen Stellen in der Gesellschaft mit Zwang und äußerem Druck gearbeitet. Fängt schon in der Schule an, und hört danach eigentlich nie mehr auf. Bloß was löst äußerer Druck aus?

Gegendruck. Reaktanz. Zwang macht häufig erst Zwang nötig. Ebenso Ressentiments. Selbst wenn Leute so zu etwas "motiviert" werden, was ihnen nützt, werden damit keine positiven Emotionen verbunden sein. Vor einiger Zeit schrieb ich ziemlich ausführlich über eine Gesetzmäßigkeit, die absolut zentral ist: Verhalten, das belohnt wird, wird häufiger gezeigt. Verhalten, das bestraft wird, wird seltener gezeigt. Zwang wirkt bestrafend.

Sicher nicht auf alle Menschen. Aber das ist ein Scheinargument. Auch Schläge wirken nicht auf alle bestrafend - Stichwort Masochismus. Dennoch sollte man nicht herumgehen und aus Prinzip Leute schlagen, um sie zu etwas zu "motivieren". Zwang wird meinen Beobachtunge nach von den meisten Menschen als unangenehm erlebt, erzeugt Reaktanz und Ressentiments. Ich glaube, in vielen Bereichen könnte Menschen viel besser und für alle Beteiligten angenehmer geholfen werden, wenn Zwang das letzte und nicht schon das erste Mittel zur Motivation wäre.

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