Dienstag, 2. Dezember 2014

Physische Wesen

"Hamster sind so doof! Gehen in ihr Rad, und laufen, und laufen, und laufen! Wir hingegen, nach einem langen Arbeitstag, hauen uns auf die Couch und laufen nicht sinnlos auf der Stelle!"
"Manche gehen auch ins Fitness-Studio..."

Ausschnitte aus einem Gespräch, das ich vor einiger Zeit mitgehört habe. Wir Menschen werden auf verschiedene Arten und Weisen beschrieben. Soziale Wesen. Rationale Wesen. Emotionale Wesen. Mag sein, mag nicht sein.

Eins jedoch ist schwer zu bestreiten: Wir sind physische Wesen. Und doch haben wir es irgendwie geschafft, unseren Körper ziemlich zu ignorieren. Von Kleinauf werden Kinder trainiert, still zu sitzen. Im Arbeitsleben, je nach Beruf, sitzen wir den ganzen Tag herum, oder gehen dauernd denselben Tätigkeiten nach. Statt genug Schlaf zu ermöglichen werden stetig steigende Koffeindosen konsumiert. Symptome von körperlichen Problemen medikamentös unterdrückt, damit wir nur weiter funktionieren.

Ich hörte mal einen Arzt sagen, dass 90% aller Medikamentenverschreibungen vermieden werden könnten, wenn die Leute sich mehr bewegen würden. Da ich kein Mediziner bin, weiß ich jedoch nicht, ob das stimmt. Was ich jedoch sagen kann, ist, auch unser psychisches Wohlbefinden hängt mit dem körperlichen Wohlbefinden zusammen. Und das kennt eigentlich auch, davon bin ich überzeugt, jeder, der dies liest. Wie geht es dir auch geistig, wenn du gesund bist, verglichen damit, wenn du mit einer Grippe flach liegst? Oder auch nur Kopfschmerzen hast? Körperliche Beschwerden aller Art sind Belastungen.

Manche lassen sich nicht vermeiden. Daher ist gut, dass wir Möglichkeiten haben, mit denen umzugehen. Seien es Schmerzmittel, seien es psychosomatische Behandlungen, was auch immer. Auf andere hingegen können wir Einfluss nehmen, und dadurch nicht nur körperlich profitieren, sondern auch psychisch. Ausreichend Schlaf, etwas Bewegung, gesunde Ernährung, sie mögen in Sachen psychischem Wohlbefinden nicht der wichtigste Faktor sein, aber sie sind ein Faktor.

Ich habe auch einmal einen Therapeuten sagen hören, wenn 90% der Menschen andere Leute so behandeln würden wie sich selbst, dann hätten sie keine Freunde. Damals bezog er das auf das Unterbewusstsein, allerdings frage ich mich, ob das nicht auch für den Körper gilt?

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