Montag, 27. Juli 2015

Das Glücksspielautomatenproblem

Wie funktionieren Glücksspielautomaten? Man wirft Geld herein, und hat eine gewisse Chance, mehr Geld heraus zu bekommen. Unterm Strich - nach Millionen von Spielen - gewinnt unterm Strich die Bank, aber theoretisch besteht die Chance, schon früh den großen Gewinn abzuräumen. Oder mehrere kleine.

Dies ist das, was Menschen da bei der Stange hält. Die Ungewissheit, ob sie Erfolg haben - und falls ja, wie groß der Gewinn ist. Die alten Behavioristen nannten dies "intermittierende variable Quotenverstärkerpläne" - oder anders gesagt es gibt Gewinne nach einer bestimmten Quote, die aber sehr flexibel und unvorhersehbar umgesetzt wird, immer wieder unterbrochen von mehr oder weniger langen Strecken, in denen es keine Belohnung gibt.

Die alten Behavioristen stellten völlig zurecht fest, dass diese Art von Belohnung am längsten nachhallt, und das größte Suchtpotential hat.

Nur trifft es nicht nur in Spielhallen auf.

Sprechen wir doch mal einen Moment über Burn-Out. Das Lob vom Vorgesetzten, der Erfolg bei eigenen Projekten, ist sehr oft ähnlicher Natur. Dysfunktionale Beziehungen werden ebenfalls sehr oft aufrecht erhalten, weil sie eben doch manchmal funktionieren - wie auch der Spielautomat manchmal einen Gewinn ausschüttet.

Über alle Spiele gesehen gewinnt immer die Bank. Beim Glücksspiel. Im restlichen Leben? Da ist die Frage, was man selbst möchte. Und was nicht. Der erste Schritt ist, denke ich, ein Wissen um diesen Effekt. Um dann, als nächsten Schritt, einen langfristigeren Blick einzunehmen. Wie hoch ist die Gewinnquote? Kriegt man genauso viel zurück, oder gar mehr, als man einsetzt? Oder unterm Strich weniger? Obwohl, wie beim Glücksspielautomaten, gelegentliche Gewinne dazwischen sind?

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