Mittwoch, 30. Dezember 2015

Die subtile Formung durch die Welt, oder auch eine andere Art des Jahresrückblicks

Stelle dir einen Stein vor. Kantig, eckig, so ein richtiger Stein, frisch aus der Erde. Stelle dir vor, wie dieser Stein in einen Fluss fällt. Er wird sich verändern. Nicht von heute auf morgen, doch im Laufe der Zeit. Zusammenpralle, Kollisionen, der stete Strom des Wassers. So wird der Fels langsam rundlicher, erinnert mehr und mehr an einen Kieselstein. Irgendwann ist er ein Kiesel. Und dann, Jahre, Jahrzehnte später, liegt er irgendwo als Sandkörner an einer Küste. Eine stetige Veränderung. Hält man den Stein kurz ins Wasser, dann ist davon nichts, gar nichts zu bemerken. Über die Zeit jedoch?

Wir formen die Welt, aber die Welt formt auch uns. Das zeigt sich zum Beispiel bei Berufsgruppen. Berufsanfänger sind sich meist zwischen Berufen relativ ähnlich, doch im Laufe der Zeit verändert sich dies. Da jeder Beruf unterschiedliche Herangehensweisen, unterschiedliche Stärken und Schwächen fördert.

Ganz konkretes Beispiel, dieser Blog. Früher habe ich viel Themen in meine berufliche Umgebung eingebracht, daher fielen mir quasi täglich neue Inhalte ein. Inzwischen jedoch reagiere ich viel mehr auf die Themen, die andere einbringen. Fördert meine Spontaneität und Anpassungsfähigkeit, doch kommen mir weniger eigene Ideen, wenn ich z.B. vor einem weißen (elektronischen) Blatt sitze.

Das war sicherlich nicht alles. Dieses Jahr war sehr bewegt, in vielerlei Hinsicht. Gerade in der zweiten Jahreshälfte fehlte mir auch zunehmend die Zeit. Aus wöchentlich, wie ich es mir vorgenommen hatte, wurde dann schon mal "alle zwei Monate".

2015 neigt sich dem Ende zu. Für mich war es ein sehr lehrreiches Jahr. Manche Dinge lasse ich im alten Jahr zurück, und bin froh, sie hinter mir gelassen zu haben. Manche werde ich vermissen. Auch ein paar gute Vorsätze gibt es. Rein theoretisch sollte sich meine Zeitsituation zumindest ansatzweise verbessern, dann schaffe ich hoffentlich auch wieder wöchentliche Veröffentlichungen. Falls nicht, dann nicht. Auch darin hatte ich viel Übung in diesem Jahr, Akzeptanz der Realität. Auch wenn sie oft nicht so ist, wie wir sie uns gern wünschten. Gegen sie anzukämpfen bringt nichts außer Leid. Akzeptieren wir sie, dann haben wir die Möglichkeit, sie zu formen. Und sei es, wie viele in einen Fluss gefallene Steine, einen Damm zu bilden - und so den Lauf zu verändern.

PS: Themenwünsche fürs kommende Jahr willkommen!

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