Montag, 21. März 2016

Die Logik des Alogischen I

Sprechen wir mal über etwas, das mehrere Namen hat. Unbewusste, Unterbewusste, und einige mehr. Egal ob es um Emotionen, Motivation, Konflikte, alle Arten von nicht rein faktual-logischen Probleme (z.B. Steuererklärung... außer es fehlt an Motivation die Sachen zusammenzusuchen) handelt, kommen unbewusste Komponenten ins Spiel. Wir Menschen sind Problemlösemaschinen. So haben wir unsere Welt geformt. Und doch kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten, die sich nicht so einfach lösen lassen. Oftmals, weil eben jene unbewussten Prozesse mit herein spielen.
 
Was schade ist. Unbewusste Prozesse funktionieren nach eigenen Regeln, nach einer eigenen Logik. Diese ist nicht in allen Bereichen identisch mit den Regeln und der Logik des Bewusstseins. Daher halte ich es für sinnvoll, zu verstehen, wie jener Teil von uns funktioniert, der uns nicht bewusst ist.
 
Punkt 1:
Und genau da liegt das Problem. Unbewusstsein ist genau genommen eine Lüge. Was bei uns im Kopf vorgeht lässt sich eher auf einer Skala anordnen, deren eines Ende "voll bewusst" und dessen anderes Ende "nicht bewusst" ist, wobei diese Endpunkte nie erreicht werden. Konkretes Beispiel, Herzschlag. Auf den ersten Blick nichts, was wir so mir nichts dir nichts bewusst beeinflussen oder steuern. Trotzdem gelingt es in Zuständen wie Selbsthypnose oder autogenem Training (und vielen mehr) jenen gezielt zu verändern. Wie das? Weil es keine scharfe Trennung gibt. Auch wenn ich hier von bewussten versus unbewussten Prozessen bzw. Eigenheiten schreibe, dann sind das Vereinfachungen. Nützliche Lügen, wie das Atom als Planetensystem. Hat nichts mit der Realität zu tun, erleichtert es jedoch etwas sonst nur sehr schwer Greifbares greifbar zu machen.
 
Punkt 2:
Denn unser gesamter Verstand - "bewusste" wie auch "unbewusste" Anteile - arbeiten mit Kontrasten. Wir unterteilen die Welt. Dies ist ein Monitor, das ist ein PC; und darin ist dies der Prozessor, das da der Arbeitsspeicher. Um zu begreifen, was ein Baum ist, brauchen wir den Kontrast dazu; Dinge, die kein Baum sind. Diese Grenzen sind willkürlich und erlernt. Ohne sie können wir uns nicht in der Welt zurechtfinden; doch zugleich begrenzen sie uns auch. Das Bewusstsein dabei viel mehr als das Unbewusste. Das Bewusstsein klassifiziert inhaltlich (z.B. Möbel, Pflanzen, Tiere; mit Unterklassen wie Säugetiere, Reptilien und so weiter), das Unbewusste hingegen assoziativ. Beispielsweise, wenn zwei Sachen gemeinsam auftreten, dann gehören sie für das Unbewusstsein möglicherweise zusammen, selbst wenn das Bewusstsein weiß, dass das nicht sachlich stimmt (z.B. gibt es Schmetterlinge, die beinahe wie Wespen aussehen - selbst wenn Leute wissen, dass es Schmetterlinge sind, reagieren sie körperlich als wären es Wespen, weil mit dem Aussehen Assoziationen verbunden sind; auch bei Placebos spielen Assoziationen eine riesige Rolle).

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