Donnerstag, 2. Juni 2016

Ansatzpunkte V

Heute: Bewusstes Wissen

Wissen ist so eine Sache für sich. Dank des Internets (ich bin mir der Ironie bewusst) sollte doch jedes Wissen zugänglich sein. Ist es auch. Es ist verfügbar. Nur weil etwas verfügbar ist, heißt es jedoch noch lange nicht, dass es auch bekannt ist.

Dann, selbst wenn es bekannt ist, ist nicht klar, ob es bewusst ist. Oder machen wir es noch komplizierter. Was verfügbar ist, das sind Informationen. Wissen besteht aus verknüpften, zugänglichen Informationen.

Zudem gibt es bewusstes und unbewusstes Wissen. Das überschneidet sich zwar häufig stark, jedoch nicht immer. Klassisches Beispiel bei einer Spinnenphobie ist das bewusste Wissen "Spinne ist harmlos", das unbewusste Wissen hingegen "Spinne ist gefährlich".

Das unbewusste Wissen ist komplexer, dazu werde ich unter anderem Begriffen mehr schreiben. Das bewusste Wissen wird gern ignoriert. Sollte es aber nicht. Bei Schwierigkeiten, Problemen und Störungen bestehen oft Wissenslücken. Schafft man es diese Wissenslücken zu schließen, dann können verschiedene Sachen passieren.
- Mit etwas Glück kollabiert das Problem. Ist selten, gebe ich zu.
- Es tritt erstmals das eigentliche Problem zutage. Dies geschieht, wenn die rationalen Erklärungen nicht mehr greifen, und plötzlich die dahinter liegenden Bedürfnisse, Emotionen oder Grundüberzeugungen zum Vorschein kommen.
- Es lassen sich Mittel und Wege an die Hand geben, um das Problem selbständig zu lösen, Stichwort Rückfallprophylaxe.
- Es kommt zu einem Abbau innerer Reibung durch Normalisierung / Entpathologisierung / Erklärungsmöglichkeiten.
- Der Blick auf das Problem verändert sich, wird je nach Rahmen entweder größer, kleiner; Perspektiven verändern sich, wie auch immer.

Grundsätzlich lohnt es sich den Verstand mitzunehmen, überhaupt zu erklären, was los ist. Das durchaus auch, indem vorhandenes unbewusstes Wissen bewusst gemacht wird. Beispielsweise welchen positiven Nutzen scheinbar negative Emotionen haben - meiner Erfahrung nach wird das den allermeisten Menschen bewusst, wenn ich nur die richtigen Fragen stelle (keine Suggestivfragen, aber durchaus geleitete, welche das Muster bzw. die Rahmenbedingungen offen legen). Dieses Wissen wiederum verändert dann Einstellungen und Verhaltensweisen, welche die Emotionen betreffen. Ist nicht der schnellste Weg, aber es ist ein Weg. Und zwar einer, der mit wenig Zeitaufwand gegangen werden kann, gut zusätzlich zu anderen Interventionen. Die auch viel besser angenommen werden, wenn erklärt wird, weshalb die durchgeführt werden und wie sie wirken.

Außer man verkauft sie als Experiment, in dem Fall sollte vorher nichts erklärt werden. Aber anschließend. Wobei sich dann Menschen das oft selbst zusammenreimen können. Und darin, Stichwort Wissensbildung, sollten sie unterstützt werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen