Montag, 24. Oktober 2016

Mechaniker, Ingenieure und Magier des Geistes

Eins finde ich faszinierend, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die mit Mitmenschen arbeiten - seien es Kollegen aus dem psychologischen Bereich, seien es verwandte Bereiche. Sie gehen unterschiedlich mit Wissen und Kenntnissen um, streben auch zum Teil nach unterschiedlichen Inhalten.

Da sind jene, die ich Mechaniker nennen möchte. "Was ist die richtige Technik?" könnte ihr Leitsatz sein. Sie hängen sehr stark an der Form. Passt die Form auf das Problem, super. Haben sie keine Form für ein Problem, dann recherchieren sie nach passenden Formen. Ihre Stärke ist ihre hohe Standardisierung, ihre Schwäche die mangelnde Spontaneität.

Ingenieure beschäftigen sich mit Prinzipien, wie funktioniert etwas? Damit lösen sie sich von der Form. Etwas zumindest. Wenn ein Problem nicht zu den vorhandenen Formen passt, dann können sie aufbauend auf den ihnen bekannten Formen und Prinzipien neue Formen entwickeln. Ihre Stärke ist die hohe Anpassungsfähigkeit, ihre Schwäche ist, dass sie sich in den Grenzen der Prinzipien bewegen.

Magier wiederum arbeiten jenseits von Prinzipien, in gewisser Weise erschaffen bzw. entdecken sie Prinzipien - oder öfter noch, durch ihre Arbeit werden nachträglich Prinzipien entdeckt. Sie sind Innovatoren, die sich meist dadurch auszeichnen, dass sie einerseits aus Ingenieuren hervorgegangen sind, andererseits viel Erfahrung, eine Menge Beobachtungsgabe und Mut haben ausgetretene Pfade zu verlassen. Ihre Stärke ist ihre hohe Innovationskraft, ihre Schwäche die mangelnde Standardisierung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen