Sonntag, 19. November 2017

Wege

Stellen wir uns vor, das Leben sei ein Weg. Dann ist das ein Weg, auf dem es viele Arten von Schwierigkeiten geben kann. Das Leben kann durch Wüsten, Sümpfe und andere Ödländer führen. Dann stellt sich die Frage, wie dort heraus kommen? Oder wie die Zeit dort durchstehen, nutzen? Manche Menschen leben auch in Träumen von Oasen, ohne sich dorthin bewegen. Andere in Alpträumen von Wüsten und Sümpfen, ohne zu merken, dort nicht zu sein. Möglicherweise erwarten sie Sümpfe und Wüsten, möglicherweise nicht. So oder so verpassen sie den Weg rundherum. Manche Menschen haben sich in eine Blase zurückgezogen, tragen so immer Sumpf oder Wüste mit sich, egal, wo sie sind. Manche Menschen gehen an unzähligen Weggabelungen und Möglichkeiten vorbei, und sehen sie nicht, denn für sie gibt es nur einen Weg. Einige haben auf ihren Wegen den Kompass verloren, oder gar eine falsche Karte, und gelangen so nie dahin, wo sie hin wollen. Durschreiten nicht die Landschaften, welche sie durchleben wollen. Manche sind von ihren Wegen geworfen worden, und es gilt jene wiederzufinden. Und manchen fehlen Fähigkeiten, um ihre Wege zu gehen.

Bei dieser Frage geht es gar nicht einmal um das Ziel des Weges. Der Weg ist Ziel an sich. Im Sinne von kann jemand darauf zurück schauen und sagen "gut so", oder auch nur "bei all dem, was auf dem Weg war, bin ich satt geworden?"