Sonntag, 24. Dezember 2017

Frohe Weihnachten 2017

Was ist Weihnachten? Ich finde so Infotainmentprogramme recht putzig, welche diese Frage Passanten auf der Straße stellen. Und dann Antworten kommen, welche von "da bekommt man Geschenke" bis hin zu "da wurde der Weihnachtsmann geboren" reichen. Ebenso putzig finde ich Dokumentationen über das Leben Jesu. Oder geschichtliche Betrachtungen über altrömische Winterfeste, welche möglicherweise vom aufstrebenden Christentum übernommen worden sein könnten. Genauso die Frage, was Tannenbäume mit einer Geburt in Israel zu tun haben - sollten wir nicht alle geschmückte Palmen im Wohnzimmer stehen haben?

Ich behaupte, Weihnachten im Kern ist nichts von alledem. Ich glaube, Weihnachten ist in mehrfacher Hinsicht etwas sehr persönliches.

Eine Sammlung unzähliger Traditionen. Sowohl gesellschaftlich (z.B. die Tannenbäume), kulturell (der religiöse Kontext, so dieser überhaupt betrachtet wird), am wichtigsten aber familiär. Fast jeder Mensch, den ich kennenlernte, berichtet von familiären Traditionen. Und sei es nur das ganz spezielle Weihnachtsessen.

Diese Traditionen bieten auf seltsame Art und Weise Halt. Sie sind ein Glied zur Vergangenheit. Lassen sie wieder lebendig werden. Und gleichzeitig erlauben neue Traditionen Brücken zur eigenen Zukunft zu spannen. In einer Partnerschaft z.B. die Traditionen der beiden Elternhäuser zu kombinieren, und dazu noch eigene hinzuzufügen. Hier verbindet sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Weihnachten ist auch eine Gelegenheit. Eine Gelegenheit für viele verschiedene Dinge. Für manche die Gelegenheit mit Familien und Freunden zusammenzufinden. Für andere innezuhalten, zu bemerken, was gerade wichtig ist im Leben - und inwieweit einem das vergangene Jahr dem näher oder ferner gebracht hat. Hier denke ich sogar, dass die deutliche Kommerzialisierung dazu beiträgt - denn die allermeisten Geschenke begleiten uns nur ein mehr oder weniger kurzes Stück auf dem Weg unseres Lebens. Momente, Erfahrungen, Erinnerungen, die bleiben viel, viel länger. Genauso kann Weihnachten die Gelegenheit sein wieder Vorfreude zu empfinden, zu erleben. Mehr in Kontakt zu kommen mit alten (oder sollte ich schreiben jungen?) Anteilen, die im Alltag oftmals viel zu sehr im Hintertreffen geraten.

Für mich ganz persönlich hat Weihnachten auch etwas mit Loslassen zu tun. Und ich meine jetzt nicht (nur) beim Geschenkeverteilen das Päckchen loslassen. Auch Dinge zurücklassen, Ärger, Frust, Verletzungen, die sich nicht lohnen in das kommende Jahr mitzunehmen. Stichwort Rückbesinnung auf das, was einem selbst wichtig ist. Wer loslässt, hat beide Hände frei. Wir leben in diesen einen gegenwärtigen Moment, und in diesem Moment treffen sich Erinnerungen aus der Vergangenheit, und Träume von der Zukunft.

In dem Sinne wünsche ich frohe Festtage 2017!

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