Sonntag, 31. Dezember 2017

Und täglich grüßt das Murmeltier

Ein Film, den ich sehr mag, ist "und täglich grüßt das Murmeltier". Das nicht nur wegen des Humors. Auch zwischen dem, was im Film zwischen den Zeilen abläuft. Oder besser gesagt, was im Film auf der Meta-Ebene passiert. Da steckt, finde ich, überraschend viel Weisheit drin. Gerade wenn man den Film auch betrachtet als Parabel in Bezug auf Lebenskrisen vom Typ "Midlife-Crisis" und ähnliches.

Schon vor der Endloszeitschleife ist der Protagonist nicht glücklich, merkt es jedoch nicht. Erst als sich alles immer und immer und immer wieder wiederholt, bemerkt er sein Unglücklichsein. Sicher in einem völlig skurrilen Kontext; aber, wenn ich mit Menschen in bestimmten Lebenskrisen stecken, dann beschreiben sie letztendlich dasselbe. Auch wenn sich nicht der spezielle Tag wiederholt, so sind die Tage doch allesamt gleich, nur von kurzen Lichtblicken (z.B. Urlaub) durchbrochen.

Was macht der Protagonist? Zuerst geht er auf Angriff über. Versucht im Außen aus dem Leid zu fliehen. Erst sehr wörtlich, dann auch übertragen. Er sucht nach Glück im Außen - Geld, Frauen, Bewunderung. Das ganze durch Tricks, Betrug, Abkürzungen. Macht ihn auch allesamt nicht glücklich.

Stürzt dann in eine tiefe Krise. Nach der Krise fängt er an Anteile seiner selbst auszubauen, die von Anfang an vernachlässigt waren. Er lernt im Laufe des Films unter anderem Achtsamkeit, Mitgefühl, Dankbarkeit, Orientierung auf den Augenblick (statt auf das Ergebnis), das Loslassen der eigenen Maske. Anfangs wirkt der Protagonist zwar sehr egozentrisch, doch ist er eigentlich gar nicht bei sich. Zum Ende hin ist er es viel mehr. Und dann erst findet er zu einem besseren Leben.

Letzteres ist - Hollywood - zwar mit einer typischen Romanze verbunden. Jedoch war er bereits vor dieser, und bevor die Endlosschleife aufhörte, wieder deutlich glücklicher.

In dem Film steckt die Idee, dass uns, wenn wir eine Leere im Leben wahrnehmen, nicht schauen sollten, "wie kann diese Leere im Außen gefüllt werden?"; sondern, was fehlt uns, um die vielen kleinen und großen Wunder und Chancen und Gelegenheiten um uns wahrzunehmen und zu nutzen? Um dann das Leben führen zu können, das wir uns wünschen?

In dem Sinne frohes neues Jahr!

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